Archive for the ‘Balkan und Kreta 2016’ Category

das Schlechtwetter begleitet uns nun schon längere Zeit und wir nähern uns langsam dem Heimathafen

hier einige Impressionen von Bosnien und Herzegowina:
Blütenwiese

Nekropole

Steinsakrophage

fantastisch

Socken

Beispiel

Mostar

Einschusslöcher

stumme Zeugen

dont forget

Katakomben

Getreidemühlen

UNA

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Albanien hält noch viele schöne Ecken bereit doch wir sollten eigentlich weiter. Das hochgelegene Vermothtal, über das wir ausreisen wollten,meiden wir wegen schlechter Wetterprognose und nehmen uns vor, es bei einer nächsten Reise einzuplanen.

Seit einigen Tagen sind wir nun in Montenegro. Nunmehr von Serbien getrennt soll es nach Wirtschaftskraft eines der stärksten Balkanstaaten sein. Vor allem der Tourismus trägt mit 80% viel bei. Dafür gibt es aber auch an der Küste Ramba-Zamba. Wir lernen gleich am 1. Tag in Budva kennen was es heisst, einen Küstenstrich zu opfern. Hotelhochhäuser nehmen sich gegenseitig Licht und Sonne, am Strand kilometerlange Geschäftszeilen mit allem was die Händler glauben, dass die TouristInnen am Strand brauchen. Wäre noch eine schöne Altstadt zu erwähnen, mit Bar neben Bar, Restaurants, Gold- und Silberschmieden usw. Nur Einwohner sucht man vergebens. Das Wohnen wurde wohl zu teuer und abends zu laut.

Nächstes Ziel ist die Bucht von Kotor. Hier fehlen die Hochhäuser aus Platzmangel und es wirkt authentischer. Für die Altstadt gilt aber das gleiche wie vorhin beschrieben. Das Kreuzfahrtschiff, das ankert und seine Menschen in den Ort schaufelt, sorgt für frisches Geld in den Kassen und da sind schon ein paar Opfer zu bringen.

Montenegro hat den €. Allerdings ist es kein normales Euroland. Es hat einfach nur dieses Geld übernommen, kann aber selber keines drucken oder prägen. Wir hätten gerne gewusst wie so etwas gemacht wird: hat MNE Euros mit der alten Währung gekauft und dann gesagt „ätsch , die alte Währung gibt es nicht mehr, die kann die EZB verbrennen?“ Müssen mal HP fragen, der kennt sich mit so was aus. Für uns praktisch, weil es keine Umrechnerei gibt.

Anneliese hat ein kleines Heftchen mit Beschreibungen der schönsten Sehenswürdigkeiten und Nationalparks ergattert. Einige finden wir auf dem Weg nach Norden, und über die schönsten Orte stolpern wir durch Zufall. Daher sind wir schon eine Woche im Land.
Zu nennen sind ein österreichisches Turmfort Goractaz, der NP Skadarsko See ( ein Traum) , Kloster Ostrog (überlaufen weil Sonntag) , ein Nonnenkloster (still und friedlich mit Nonnengesängen am frühen Morgen), Biogradsk Gora NP, ein Naturlehrpfad mit österr. Knowhow und 40 Meter hohen Baumriesen, der Black Lake im Durmidor NP. Hier kehren wir bei Elena im Autocamp ein. Die bietet mit einfachsten Mitteln alles was das Herz und den Magen freut. Von Elena wollten wir die 107 km zu bosn. Grenze schaffen. Nach 28 km ist aber schon Schluss. Eine schmale Straße in ein Tal mit See, Bach, Wasserfall und einer Schlucht verleitet uns zur Mittagspause. Und weils so schön ist, fahren wir heute einfach nicht mehr weiter. Das ist unser Luxus! Morgen ist auch noch ein Tag.

Bar

reizendes Lokal

Maria

Kotor

Aussicht

hochgeschraubt

Naturjuwel

Flusslandschaft

Bootsausflug

Kloster Ostrog

Podmalinsko

NP

Biogradsko See

Durmitor

Elena

Schwarzer See

Noch nicht

die Zeit

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m Norden Albaniens sind die höchsten Berge über 2500 Meter hoch, die Täler sind eng und nur schwer erreichbar. Die Menschen leben verstreut in Dörfern, betreiben kleine Landwirtschaften als Selbstversorger. Kinder haben bis zu 5 km lange Schulwege.

Tiefe Täler begrenzen schnell den Horizont und es bilden sich höchst eigenständige Gesetze. Am extremsten am Beispiel Blutrache zu sehen.Eine Verletzung der (männlichen) Ehre oder die Tötung eines Stammesmit-
Gliedes forderte die Blutrache. Ein Sohn wurde bestimmt, der den Mord ausführen musste. Gelang dies, hatte er 30 Tage Schonzeit, dann war er Freiwild. Häuser wurden in die Höhe gebaut, im EG ohne Fenster und waren wie Festungen, gleichzeitig auch Kerker für den Verfolgten. Diese Bräuche führten oft zur fast vollständigen Ausrottung der männl. Clanmitglieder. Noch Ende des 20.Jhdt. wurde dies so praktiziert. Heute werden vom Staat Vermittler geschickt um den Frieden ohne Blut herzustellen.

Auf der Fahrt zurück nach Shkodra geht es auch 3 Stunden auf einer kleinen Autofähre über den Koman-Stausee. Die Fahrt ist ein Traum, es geht durch eng begrenzte Schluchten, Felswände stehen beidseitig himmelhoch. Aufregend sind die An- und Abfahrten vom Schiff.

Am späten Nachmittag suchen wir noch einen Übernachtungsplatz und finden ihn bei einem Bauern auf einer schönen Weide. Es genügt, die Wange auf die waagrechte Hand zu legen, er zeigt beide Daumen nach oben, grinst und wir schütteln die Hände. Austria – Bravo! Am Morgen fährt er wieder vorbei, steigt aus seinem KleinLKW. 2 Daumen nach oben, Blick fragend. Ich 2 Daumen nach oben und schüttle den Kopf (heißt hier ja – nicken wäre ein nein). Er holt eine Schachtel Zigaretten heraus, hebt sie mir hin. Ich nicke, danke, kein Raucher. Bauer erstaunt! Birra? Kopfschütteln. Und Sex ? er steckt den Daumen zwischen Zeige- und Mittelfinger. No Zigarette, no Birra, no Dasta…….. dann tot. Er führt die Pantomime theatralisch zu Ende. Ich habe mich selten so gut unterhalten auf albanisch.

Brücke

gutes Gleichgewichtsgefühl

Abendstimmung

Valbona

Berge

Sonnenuntergang

Schneeberge

Stausee

toll

nach Mekka

herrlich

andocken

unsere kleine F.

mit vereinten Kräften

Allianz

1.6.

Auswahl

schönste Tag?

Festung

Xhamia

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Albanien ist Neuland für uns. Und für die Albaner war der Kontakt mit Europa bis vor Kurzem auch noch Neuland. Hier herrschte bis 1992 ein Steinzeitkommunismus einer paranoiden Staatsführung, ähnlich wie in Nordkorea.
Heute blieben aus dieser Zeit nur stillgelegte Industriebetriebe, Plattenbau- Wohnhäuser und eine marode Infrastruktur.

Ein Land muss sich neu erfinden. Europa ist nahe und Albanien zu entwickeln ist für beide Seiten von Vorteil.

Der Tourismus ist noch ein recht kleines Pflänzchen das aber wächst. An Sehenswürdigkeiten fehlt es nicht im Land. Die Präsentation ist noch kaum entwickelt. Bedeutende antike Städten sind kaum erschlossen und Naturwunder nur schwer zu finden und mühsam zu erreichen. Ich verhehle nicht, dass dies für uns einen großen Reiz ausübt. Wir schlendern durch Apollonia und suchen das antike Theater im hohen Gras und Gebüsch; oder baden in einer warmen Quelle neben einer mittelalterlichen Steinbrücke auf einer alten Karawanenstraße. Es gibt aber auch einiges an Eigeninitiative der Menschen. Restaurants, Cafés, Pensionen oder Campingplätze finden sich und man genießt gute albanische Küche, hausgemachten Wein und Schnaps. In Hudenisht ißt jeder von uns einen Koran. Gebraten mit Bauernsalat und Kartoffeln. So heißt der Fisch aus dem Ohridsee. Den gibt es nur hier und ähnelt einer Forelle.
Gjirokastra liegt sehr steil am Berghang, darüber fast bedrohlich eine dunkle Burg. Enver Hoxha wurde hier geboren. Und nur ein paar Häuser weiter lebte Ismail Kadare, Schriftsteller und für den Nobelpreis nominiert. Er setzt seiner Geburtsstadt mit dem Buch „Chronik in Stein“ eine Landmarke. Sein Geburtshaus ist ein Museum und wir haben den 80jährigen Schriftsteller nur um wenige Tage verfehlt, als er das neu renovierte Haus besuchte.

Korce, Belsh, Berat sind nur einige Orte zu nennen auf unserem Weg durch halb Albanien. Berat bleibt uns unvergessen. Eine traumhafte Altstadt und eine weitläufige Burg macht es zum Weltkulturerbe der UNESCO. Unser Schlafplatz liegt vor den Mauern am Burgberg. Hier treffen wir zum 2.x Erna und Hans aus Thaur, Ingrid und Thomas aus Ischl. Uns Sechs ist zum Feiern zumute. Ein knappes, aber erfreuliches Wahlergebnis haben wir gerade erfahren! Wir haben einen neuen Bundespräsidenten! Champagner und Weinkorken knallen oder werden gezogen. Weil wir keine Nachbarn haben wird es keine leise Feier. Sogar Anneliese lässt sich zu etwas Wein und Schnaps hinreissen aus Erleichterung und Übermut.

Inzwischen sind wir in Durres und genießen einen Sonnenuntergang auf einer Naturterrasse über dem Meer. Weil ein paar Bilder mehr als tausend Worte sagen mache ich jetzt Schluß.

Tirana: eine vierspurige Autobahn führt uns direkt ins Zentrum. Doch dann beginnt die Parkplatzsuche. Wir machen mit dem Auto eine Stadtbesichtigung, vorbei beim Skanderberg Platz, an sämtlichen Ministerien und Botschaften, Moschee und Pyramide zu Ehren Enger Hoxhas. Wir sehen sogar den reservierten Parkplatz für die österr.Botschaft! Dann finden wir endlich einen freien Platz und können alles noch einmal zu Fuß besichtigen. Wir begehen die winzig kleine Fußgängerzone, dürfen die Büsten von Lenin und Stalin, die hinter der Pyramide abgestellt sind, nicht fotografieren . Trinken einen Orangensaft und sind nach ca. 2 Stunden fertig.Kopfschmerzen breiten sich bei mir aus, es ist heiß und stinkt zeitweilig. Wir verlassen die Stadt, der Verkehr ist auch nicht ohne! Als Entschädigung finden wir einen ruhigen Nachtplatz bei der Burg von Kruja Butrint

zu spät

Gjirokaster

Treffen

die Altstadt

Markt

Babykleidung

Lin

Plausch

Selca

Berat

albanische girls

Festung

Wochenmarkt

Einkaufszentrum

Apollonia

Rast

Schlafplatz

sanfte Hügeln

Müllproblem

alte Häuser verschwinden

alles neu

Gegensätze

7 Hochzeiten

Aussicht

Skanderberg

histor. Nationalmuseum

Kruja

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Fischer

Freundinnen

Frachter

eng

Korinth

süss

Strandflieder

Morgenspaziergang

paddeln

Badegast Leon

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Reisen mit unserem Flomobil:

Wir haben Kreta nun in fast 50 Tagen so gut wie umrundet. Angefangen in Kissamos, entlang der West- und Südküste von Paleochora bis nach Ierapetra, am Ostrand nach Norden und via Sitia, Iraklion, Rethimnon zurück nach Chania in den Nordwesten.
Es gibt gute Straßen der ersten und zweiten Ordnung, schmale, löchrige der dritten Ordnung und es gibt Pisten die es in sich haben. Doch diese führen oft zu den schönsten Schmankerln der Insel. Kreta ist steil, oft sehr steil. Und kurvig. Manche Pisten erfordern Schwindelfreiheit für uns und den Gegenverkehr. Äste und Balkone, Hausecken, auch die Stühle eines Straßenkafenions können Hindernisse sein.
Doch kein Hotelzimmer hat eine ähnlich gute abwechslungsreiche Aussicht, wie wir sie aus dem Flo genießen. Kaum angekommen ist unser „Wohnzimmer mit Küche, Bad und Schlafzimmer“ einsatzbereit.
Wir campen auf der Schaf- und Ziegenweide, vor dem Klostereingang, im Fischerhafen, in der Badebucht oder hoch über dem Tal mit grandiosem Sonnenauf- und -untergang .

Klostergeflüster

Schlafen vor dem Nonnenkloster Koufi Petra. In ihm leben 4 Nonnen. Die Oberin ist nett und fragt uns noch ob wir etwas brauchen. Abends kommen 3 Nonnen vor das Tor. Ihre Wasserleitung ist kaputt. Eine der Nonnen hat einen richtigen Schnauzbart. Folgende Geschichte könnte sich so zugetragen haben: die 3 Nonnen des Klosters werden beim Bischof in Neapoli vorstellig und fragen ob ein Mönch bei ihnen wohnen darf. Der Bischof ist entsetzt und verbietet auch nur den Gedanken an einen Mann im Kloster. Betrübt gehen die Schwestern heim. Doch hat eine die rettende Idee: sie stecken ihre Versuchung in Nonnenkleidung und berichten dem Bischof, sie hätten jetzt eine 4. Nonne gefunden. Alles bestens, die „Neue“ zieht im Kloster ein. Leider hat sie diesen starken Bartwuchs. Zuviel Testosteron – das kommt vor bei Frauen, werden die Schwestern nicht müde zu erklären. Die Geschichte könnte bei Bocaccio stehen ist aber von mir Lästermaul. Ausser dem Schnauzbart ist alles frei erfunden.
bei den 4 Nonnen

Einfach zum Nachdenken

Anogia, Bergdorf auf 800 Meter Höhe, trotzt im Winter den Stürmen und auch im Sommer ist das Leben so hart, dass es heute von Abwanderung der Jungen betroffen ist. Sicher aber traf es die barbarische Tat der deutschen Wehrmacht im August 1944 ungleich brutaler. Ein General war von Partisanen und englischen Offizieren entführt und nach Ägypten gebracht worden. Der Befehl vom 13.8.44 lautete alle 950 Häuser Angogias niederzubrennen, das Vieh zu töten und alle männlichen Einwohner im Umkreis eines Kilometers zu exekutieren. Der Grund: die Freiheitskämpfer wurden vom Dorf unterstützt. 117 Tote wurden gezählt. Anogia war nur eines der Dörfer in denen solche Verbrechen begangen wurden. Die Amerikaner bezahlten nach dem Krieg den Wiederaufbau. Von Deutschland, Italien und Österreich kam keine Hilfe. Lange her und vergessen! Kostet dem Herrn Schäuble und seinen Kollegen nur ein müdes Lächeln wenn die griechische Regierung eine entsprechende Anrechnung gegen seine Schuldenlast fordert. Wenigstens an den jährlichen Gedenkfeiern des Massakers könnte man herkommen, wenn man schon nichts zu verschenken hat. Freundlich wird uns der frisch gepresste Orangensaft im Dorfkafenion serviert.

Wehrmachtsbefehl

Griechische Wirtschaft

Anneliese eilt von Geschäft zu Geschäft und füllt unsere Vorräte auf. Ich sitze im Auto und beobachte das Dorfleben. Es gibt viele kleine Gemischtwarenläden. Daneben Bäcker, Käsehandel und Metzger. Bekleidung gibt es bei einer fahrenden Händlerin. Papierrollen und Putzmittel bei einer anderen. So klein wie die Geschäfte so kleinteilig ist auch die Landwirtschaft. Deswegen gibt es auch kaum Export. Jeder Bauer hat alles: Olivenöl, Kartoffeln, Baumfrüchte, Schafe und Ziegen. Seine Abnehmer leben im Dorf und den umliegenden Städten. Es ist ein wirtschaften ohne lange Wege, umweltfreundlich und ökologisch. Deshalb fügt sich dieses Wirtschaften so schlecht in das europäische System.
Vielleicht sind nicht nur die Griechen das Problem Europas, sondern die rein kapitalistische Ausrichtung der EU, in der schonender Umgang mit Ressourcen und der Natur so wenig gilt.

Ausblick

Windkraft

Ruhe

Innenhof

Knossos

1900 bC

Gipfelkirche

Hafen

Kloster Arkadi

venez. Hafen

Orangensaft

Kirchlein

2x Ostern

Far benpracht

Mahlzeit

wer kennt diese Pflanze

Blumenschmuck

Mogenstimmung

noch einmal Südküste

Einsamkeit

Karibik

E 4

wandern

Rast

Anidri

Schluchtenklettern

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Als Gäste sind wir von den Kretern wie Freunde aufgenommen worden. Es gibt praktisch keine Verbotsschilder, die ein Übernachten in einer Bucht, in einem Hafen oder vor einem Kloster nicht erlauben würden. Und wenn, dann sollen wir es vergessen weil es für uns heute nicht gilt, sagt man uns. Dazu sind wir häufig noch mit Früchten oder Lebensmitteln beschenkt worden.
Merke! Es gibt hier keine Wohnmobilplage. Wir haben ganze 3- 4 gesehen. Zu umständlich scheint die Anreise, zu holprig sind die Wege zu den schönsten Stell- und Übernachtungsplätzen. Und die paar wenigen stören die Bauern und Fischer nicht. Die Versorgung mit Lebensmittel und Wasser sind einfach, beim Tavernenwirt ist das Essen traditionell und ausgezeichnet.
Hier sollen die Leute besonders gesund sein und alt werden. Dass kommt vom guten Olivenöl. Vielleicht aber auch von der etwas gemütlicheren und langsameren Lebensweise die man pflegt. Bis vor kurzer Zeit waren die meisten Tavernen wegen Winterschlaf noch geschlossen und vernagelt. Jetzt sind, so scheint es, für die Kreter völlig überraschend Touristen aufgetaucht. Daher wird jetzt gemächlich verputzt, gemalt, repariert und geputzt, um eine neue Saison zu eröffnen.
Apropos Oliven: langsam müssen wir uns als Öltanker deklarieren. Anneliese kauft bei allen guten Erzeugern von bestem Olivenöl mehrere Liter für uns und als Mitbringsel. Heisst es dann Ölscheichin oder Scheiche?

Weil es außer der Landwirtschaft und dem Fischfang nichts gibt, ist der Tourismus sehr wichtig. Dass besonders an der Nordküste der Massentourismus mit allen seinen zweifelhaften Auswüchsen Einzug gehalten hat, ist aber auch nicht zu übersehen. Soweit gut, wenn das Geld hier in Griechenland bleibt und den Rahm nicht wer anderer abschöpft.
Die West- Süd- und Ostküste sind ganz anders. Die Küsten sind steil, teilweise gibt es nicht einmal Straßenverbindungen. Hier setzt man auf den Wander- und Bergtourismus. Gerade jetzt im April profitieren viele kleine Pensionen und Familienbetriebe von diesen Individualreisenden.

Die Kreter haben eine lange Vergangenheit, die überall auf der Insel in Erscheinung tritt. Minoische Paläste in Knossos, Phaistos und Kato Zakros, Gournia und Mochlos sind Beispiele für minoische Städte. Diese Kultur war beherrschend im Mittelmeer. Eine unbekannte Katastrophe um 1450 bC. zerstörte fast alles und die Mykener eroberten die Insel. Theseus aus Athen tötete den Minotaurus und beendete die Tributpflicht. In der Sage musste Athen bis dahin junge Männer und Frauen zur Opferung stellen. Eroberer folgte auf Eroberer und die Kreter mussten einiges erdulden. Aber ihre Kultur bildete den 1. Höhepunkt in Europa und darauf sind sie noch heute stolz.

Viel hat die Insel an Fauna und Flora zu bieten. An Nutzpflanzen gibt es fast alles. Wir haben mit einem Bauern gesprochen, der seine Produkte am Straßenrand anbietet. Er züchtet Bananen, Passionsfrüchte, Eierfrüchte, Philis und mehr – und alles im Freiland ohne Treibhaus und in Bio – Qualität. Selbstverständlich macht er auch Honig, Wein und Raki selber.
Wildblumen und Kräuter finden wir auf Schritt und Tritt und in den zahlreichen Schluchten gibt es ganze Wälder von Oleander, dazwischen Feigen, Aleppokiefern, Johannisbrotbäume, Agarven, Orchideen und vieles mehr.
An Fauna gibt es neben Wildtieren wie Wildziege, Adler, Geier, Meeresschildkröten u.a. vor allem Schafe, Ziegen, Hunde und Katzen. Die Ziegen klettern in den Felswänden, dass einem schwindlig vom Zusehen wird. Und da liegt auch für uns der Hund begraben! Leon liebt Ziegen. Sie fordern seinen Jagdtrieb heraus. Nicht selten war er schon welchen hinterher, seine Kletterkünste überschätzend. Er darf nur noch frei laufen, wenn die Gegend absolut Schaf- und Ziegenfrei ist. Und davon gibt es nur sehr wenig. Aber es gibt eben Bauern mit Gewehr und ein Hund ist hier nicht viel wert.

Ein Tier hat sich stark verändert: bei unserem ersten Besuch in Griechenland vor 39 Jahren war der Maulesel Reit- und Tragtier und sehr geländegängig. Er stand bei jedem Bauern im Stall. Heute hat er 4 Räder und Allrad, hat mehr PS als eine ganze Herde und heisst Pickup. Und ob Fischer oder Bauer, Händler oder Lieferant, jeder hat einen. Zerbeult oder aufgemotzt, mit oder ohne Auspuff – aber alle mit gutem Durst.

gemütlich

Moni Kapsa

Klosterinnenhof

Ostkreta

paddeln

Ostküste

kiss me

fantastisch

Reichtum

Sitia

guter Spruch

Mochlos

Orchidee

Frage

Panagia

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Für uns jedenfalls. Auch für die jungen Amerikaner, die damals nicht in den Vietnamkrieg wollten, sondern hierher gingen.
Und für die Kreter von heute? Nicht für alle! 50% Jugendarbeitslosigkeit, Entlassungen, Lohnhalbierungen, Rentenkürzungen – das alles betrifft nicht wenige. „Die da oben“ – gemeint sind die Politiker – „haben uns bestohlen“, meint der Spirituosenhändler in Mires. „Und wir kleinen Leute müssen die Zeche zahlen. Die Steuern gehen nach oben, die Leistungen des Staates nehmen ab“. Ich habe gerade einen Liter Raki um € 3,50 gekauft. In der Plastikflasche und ohne Etikette. “ In Austria zahle ich für einen Liter Schnaps wesentlich mehr und nicht wenig davon ist Steuer“. Das sei bei ihm nicht anders bei Cognac, Whiskey oder Metaxa. Aber zum Glück habe er den Bauern der ihm den Raki gegen Cash gibt. Und er verkauft ihn mir somit unter dem Ladentisch. Kein Wunder, dass der Raki Nationalgetränk Nr. 1 bleibt.

In der Taverne hören wir ein Gespräch zwischen deutschem Gast und Wirt. Der Deutsche verteidigt die starken Euros, die er gerade auf den Tisch zählt. Der Wirt, ein eben noch gemütlicher Gastgeber, erzählt dem Teutonen, was er von seinen Euros hält. Er hofft, die Drachme kehrt bald zurück, damit es wieder aufwärts gehen kann. Wir haben die Antwort erfrischend ehrlich gefunden. Der Deutsche war eher etwas verschnupft.
So einfache Lösungen für das griechische Desaster hat vielleicht nicht jeder. Aber die Menschen haben nicht alle ein Wirtschaftsstudium, kennen nicht alle Gründe oder wollen sie auch gar nicht kennen. Aber Eines steht fest: wenn es einem schlecht geht und keine Rettung in Sicht ist, dann ist jede Alternative ein Strohhalm, weil beschissener kann es nicht werden. Ein vernünftiger Lösungsansatz ist jedenfalls zu erkennen. Zum Beispiel der Carrefour – Supermarkt in Kissamos, einer der wenigen Läden einer ausländischen Kette, ist gähnend leer. Die Kreter kaufen im Laden beim einheimischen Händler kretische Produkte. Das tun wir auch weil es viel Sinn macht. Zum Beispiel ist Kreta voll mit Orangenbäumen und die reifen Früchte sind köstlich und billig. Im Tetrapack gibts ein Liter 100% Saft um € 1,80. Der Supermarkt verkauft bulgarischen Orangensaft um € 1,0 . Es gibt noch andere heimische Früchte die unterboten werden. Nur beim Olivenöl, unerreicht in Europa, scheint kein ausländischen Produkt den Hauch einer Chance zu besitzen.

Weg nach Tripiti

Wahnsinnstat

i bin da Leon

Schlucht Rouwas

E4

unbezahlbar

Brot

so gehts auch

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Die Küste zwischen Plakia und Matala gehört zum schönsten Küstenabschnitt Kretas. Auch den schönsten Strand soll es hier geben. Am Preveli – Beach mündet der Megalopotames ins Meer. Im Tal wachsen entlang des Baches viele Palmen und bilden einen schattigen Hain.
Auf Kreta ist das Leben vielleicht leichter als anderswo – zumindest müssen das viele Aussteiger, Kriegsdienstverweigerer und andere Hippies in den 60igern gedacht haben. Sie kamen aus der ganzen Welt und probierten einen neuen Lebensstil aus.
Der Alfred, ein Kärntner, der in der Nähe des Preveli Tales in seinem Steyr 680 sein Feriendomizil hat, erzählte uns eine Geschichte: Meinrad, ein Tiroler, lebte über 20 Jahre in dem Tal und hat sich in einer Höhle eingerichtet. Er legte auch einen Garten an, von dem er sich ernährte. Weil er mit seinen langen Haaren und Bart sehr wild aussah, haben sich die Talbewohner vor ihm gefürchtet. Er lebte als Einsiedler weil er fand, dass er mit den Leuten nichts mehr anfangen konnte und die Leute auch mit ihm nicht klar kamen. Kaum verstorben, es ist erst wenige Jahre her, hat das Kloster einen Bagger geschickt und lies sein kleines Paradies planieren. Einsiedler werden eben nur akzeptiert, wenn sie schon vor langer Zeit lebten und sich als Heilige eigneten.
Ein anderer bekannter Ort, nicht weit weg, ist Matala. In den 60iger Jahren der Hippie und Aussteigerort. Die jungen Leute wohnten ebenfalls in den Sandsteinhöhlen am Strand. Unter ihnen so bekannte wie Cat Stevens, Bob Dylan oder Jonny Mitchel. Die paar Fischer im Ort haben das Treiben der Jungen toleriert. Erst viel später hat man die Höhlen, welche Menschen im Neolithikum gegraben haben, unter Schutz gestellt. Geblieben ist ein quirliger Ort, der jedes Jahr ein friedliches Hippiefest mit viel Musik und tausenden Menschen veranstaltet. Alles ist jetzt halt ein bisschen kommerzieller geworden, am Strand steht Bar neben Bar. Vor 36 Jahren war auch Anneliese hier und hat am Strand vor den Höhlen geschlafen. Ein bisschen wehmütig denkt sie an dieses Matala zurück. Aber andere Orte machen in dieser Zeit viel schlimmere Veränderungen durch.Karfreitag

Ausgrabungen

Klostergarten bei Aptera

Theater

einfach toll

in der Bucht

Matala

Standplatzsuche - kein Problem

Suche

Alfred

Glocke

Kerze

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Der Westwind bläst was er kann mit nur wenigen Pausen. Dann ist es gleich warm und wir können die Insel in Wanderschuhen erkunden. Jetzt habe ich Kreta doch weiblich gemacht. Vielleicht weil Europa die Prinzessin aus dem Libanon hier von Zeus geliebt wurde? Und sie die Urmutter unserer Abendland – Kultur wurde? Ein schöner Gedanke – wir alle sind Europa aber nur mit göttlicher Nachhilfe. Und Zeus? Der sitzt vielleicht am Olymp und weiß auch keinen Rat wie es weiter gehen soll. Seine Griechen müssen gerade das Familiensilber verkaufen. Europa doch eher eine Vergewaltigung? Für Zeus lege ich nicht die Hand ins Feuer.

Aber Europas stolzeste und freiheitsliebendste Kinder sind auf Kreta geblieben. Auch wenn das Leben hier nie leicht war. Mit umso größerer Kraft hat man seine Freiheit verteidigt: gegen Sarazenen, Türken, Venezianer, Deutsche und Obristen.

Weil die lateinische Kirche diese Woche Ostern feiert (die Griechen erst am 1.5.) kommen die ersten Touristen auf Kurzurlaub geflogen. Wir treffen auf unseren Wanderungen entlang der Südküste einige Rucksacktouristen auf dem Europa – Weitwanderweg E 4. Noch ist es nicht zu heiß und nicht überfüllt. Uns gehören ganze Strände alleine. Und überall lauert uns Kultur auf: zum Beispiel Lissos, eine alte Dorerstadt oder Chania, alte Hauptstadt geprägt von den Venezianern. Im Hafen in einem Gebäude, dass in venezianischer Zeit zum Arsenal gehörte in dem Schiffe gebaut wurden, finde ich einen alten Mann in seiner Werkstatt zwischen Fischerbooten aus Holz, die er repariert und restauriert. Eine Bandsäge und eine Abrichte sind im 20. Jhdt. dazu gekommen. Sonst ist die Handwerkstradition die gleiche geblieben. Heute hat er schon Feierabend gemacht und sitzt vor seinem Fernseher.

Wanderung

mit tollen Aussichten

eine kleine Jause

frisch

Sougia

erste Ausfahrt

Lissos

Asklepios bei Lissos

Chania Hafen

Arsenal

Arbeitspause

östl. von Chania

Leon darf sie nicht sehen

alt

neu

Zorbas

der Briefträger wird eingespart

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