Archive for 10. August 2018

Von Skibotn in Norwegen fahren wir über den Pass zum finnischen Kilpisjärvi, zu unserem ersten Schlafplatz in Finnland. Kaum angekommen wird per Hubschrauber neben uns ein Flugzeugwrack geliefert. Zum Glück soll der Pilot des Leichtflugzeuges nur leicht verletzt sein. Das Wrack wird noch in der Nacht abtransportiert und wir sind wieder allein.

In Finnland gibt es viele Picknickplätze mit Grillstelle, Feuerholz, überdachtem Sitz- und Schlafplatz, Trockentoilette und weiterführende Wanderwege. Meist entlang von Seen oder Flüssen. Weit weg von jeder Hektik hören wir ausser Vogelgezwitscher, Leon und uns selbst nichts.

Wir treffen uns zum 2.x mit den Freunden, die mittlerweile auch am Weg durch Finnland in den Süden sind. Zusammen genießen wir 2 Abende am Strand, kochen und essen gemeinsam und sitzen bis spät bei angenehmen Temperaturen vor unseren rollenden Strandhäusern. Dann trennen sich wieder unsere Wege. Leider hören wir wenige Tage später, dass die beiden Pech mit dem Auto hatten. Ein Motorschaden zwingt sie zum Abbruch, sie sind nun per Flugzeug auf dem Weg nach Hause. Das Auto wird nach Österreich nachgeliefert. – Ein ähnliches Schicksal wie wir es heuer im Frühjahr selbst erlebten.

In Rovaniemi verlassen wir die Polarregion bei 66 Grad 35 Min. Nord und sind zurück in den gemäßigten Breiten. 28 Tage lang haben wir sie durchstreift.

Wir bleiben an der Küste des Bottnischen Meeres und trödeln Richtung Vaasa. Einige Holzkirchen verleiten zu Umwegen, und aufgemöbelte autofreie Innenstädte zum Bummeln und Shoppen.

Nach Norwegen ist auch Finnland für uns schon sehr speziell und einzigartig in Europa. Wir freuen uns über ein ursprüngliches, weites Land mit ungebändigten Flüssen und viel wilder Natur. Auch den Einheimischen scheint es ähnlich wie uns zu gehen. Kaum sonst in Europa gibt es so viele begeisterte Wanderer, Zeltler, Fischer und Sammler wie hier. Da sich diese Liebe auch dadurch ausdrückt, dass jederman/frau zum Besitzer einer Ferienhäuschen samt Schwitzhütte in einsamer Umgebung am See oder Fluss werden möchte, entstand leider ein ziemlicher ungebremster Wildwuchs in besonders schöner Natur.

Vor der Küste liegen schöne Schäreninseln, und die Autofähren dorthin gehören zum Straßennetz und sind gratis. Und wer auf die kleine Insel Köpmanholmen zum dortigen Rundwanderweg mit Aussichtsturm kommen will, nimmt sich eines der am Anlegeplatz befestigten Ruderboote und fährt kurz übers Meer. Nach der Wanderung und dem Besuch der dortigen Gaststätte rudert man (weil frau lässt rudern) wieder zurück. Alles zum Nulltarif.

In Vaasa buchen wir die Fähre nach Umea in Schweden. Da wir noch 2 Tage Zeit haben besuchen wir die vorgelagerten Kvarken – Inseln, Welterbestätte der UNESCO . Es ist die Landschaft, die hier geschützt wird, jedoch durchwandert werden darf. Noch vor 10 000 Jahren lag ein 3km dicker Eispanzer so schwer auf der Erde, dass sie 1 km nach unten gedrückt wurde. Als das Eis schmolz hob sich wieder das Land. Bis heute dauert dieser Prozess an. Daher wird Finnland jährlich um ca 1 km2 größer.
In 2.500 Jahren soll es hier zwischen Schweden und Finnland eine Landbrücke geben.

So lange warten wir nicht und nehmen das Schiff der Wasaline.

Am letzten Tag in Finnland haben wir dann noch Elchkontakt. Auf dem schmalen Waldweg zurück von der Insel spaziert er über den Weg. Anneliese sieht in zur Gänze, ich leider nur mehr das Hinterteil bevor er lautlos im Wald verschwindet. Wir sind zu überrascht, um auch noch zu fotografieren. So hoffen wir noch auf Schweden, um den König des Waldes mit der Kamera aufzulauern.

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