Archive for 28. Mai 2017

Nach so viel Stadt benötigen wir eine Pause und die machen wir an einem See. Ein Camp bietet Schatten, Wasser und Badespaß. Am Tag kommen Sonnenanbeter, die Schnapsflaschen leeren und Disco machen, abends kommt die 2. Schicht – vermutlich Mondanbeter. Ab ca. 23 h wanken auch die zurück zum Auto. Etwas laut das Ganze, bis die Autobatterie geleert ist.

Nach 2 Tagen brechen wir auf und steuern Samarkand an. Timur der Lahme machte es zu seiner prächtigen Hauptstadt und eroberte von hier aus sein Reich, das von China und Indien bis zum Bosporus reichte. Hier ist er ein Nationalheld, auch wenn er strenggenommen kein Uzbeke war. Sein Ende? Als er seinen Feldzug gegen China unternahm trank er gegen die Kälte zuviel Arrak und starb an Alkoholvergiftung. Nach allem was wir gesehen haben kein unübliches Ende.

Beeindruckender als das Leben dieses Rabauken ist das seines Enkel Ulugbek, der das Reich zu einer Blüte führte. Er ließ Schulen und viele öffentliche Gebäude errichten, war selbst Dichter und Wissenschaftler. Seine Forschungen über Astronomie wurden zum Standardwerk auch für Wissenschaftler in Europa. Heute ist ein Asteroid nach ihm benannt, auch ein Krater auf dem Mond. Sein Ende? Er war ein aufgeklärter Mann, seine Erkenntnisse standen oft im Widerspruch zum Koran. Religiöse Eiferer ließen ihn ermorden. Und so fand man seinen Kopf neben dem Körper bestattet. Extremismus gegen Vernunft, damals wie heute!

Auch hier steigen wir in einer Globetrotter – Herberge ab. Dieses Mal können wir mit Leon ein kühles Zimmer beziehen. In den Hostels, ähnlich den Jugendherbergen, treffen wir immer viele Individualreisende und können Erfahrungen und Adressen austauschen.Gereist wird mit unterschiedlichsten Methoden: ein schweizer Pärchen auf Hightech Rädern will über das Pamirgebirge nach Tadschikistan und Kirgistan. Paolo mit Frau fährt seit 4 Jahren auf einer 125er Vespa um die Welt, Hugo aus dem Allgäu macht 6 Monate unbezahlten Urlaub und radelt durch Zentralasien. 2 Spanier auf großen Motorrädern fahren nach Shanghai und nehmen die Vespa über den Pamir zwischen sich. Auch Bahn- und Busreisende Tramper sieht man. Natürlich treffen wir auch wieder Bernadette, Simone und Richard in der Unterkunft. Glück im Pech hatten die 3 gestern. Richard fuhr mit dem Vorderrad in der Stadt in einen offenen Kanalschacht und stürzte. Simone konnte nicht mehr stehen bleiben und stürzte über ihn. Heute tun ihm alle seine Prellungen und der Kopf weh, ausserdem ist eine Fahrradreparatur fällig.

Morgen geht es wieder weiter. Ein Abstecher nach Shaxrisabz, der Geburtsstadt Timurs lockt uns.

Gbg nach Hause AuGuL

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