Archive for 5. Mai 2017

Dieses Mal kommen die Bilder zuerst – Text folgt:

Die Grenze zu Kasachstan ging in 3 Stunden verhältnismässig schnell, die Straße nach Atyrau dagegen braucht Zeit und ist grenzwertig. Aber nun haben wir Muße und es ist atemberaubend schön in dieser kargen Landschaft. Kamele und Pferde interessieren sich für uns, auch freundliche Bauern. Es ist ein friedlicher, zurückhaltender Menschenschlag, der hier lebt. Schwierig gestaltet sich nur die Verständigung.
Der Taxifahrer Adrean, der uns zum Amt für den Immigrationsstempel bringt spricht sogar einige Wörter deutsch, weil er mit der russischen Armee in Jena und Leipzig stationiert war. Aber das blieb die Ausnahme.

12 Tage Zeit bis zur Einreise in Usbekistan. Da können wir noch einen Abstecher nach Aktau, der kasachischen Riviera machen.
Am Markt haben wir noch zusätzliche Kanister für Diesel gekauft. Wir müssen 1.200 km nach Buchara ohne Tankstelle auskommen. Und mit der Dieselversorgung soll es dort ganz schlecht stehen. Aber inzwischen wissen wir: hier gibt es immer einen Weg, wenn auch nicht immer den kürzesten.
Vor Aktau gab es auf der Straße ein zufälliges Wiedersehen mit unserer französischen Weltumradlern Bernadette und Richard. Sie haben in Baku das Schiff nach Aktau genommen, während wir 2.200 km lang das Kaspimeer umfuhren. In Chiwa / Usbekistan wollen wir uns wieder treffen; Inshallah, wie der Moslem hier sagt.- Hier leben übrigens viele Völkerstämme friedlich miteinander.

GlbGr. Anneliese und Günther samt Leon

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Das Transitvisum durch Russland war etwas schwierig. Im Pass ist ein gültiges Visa für die Rückreise im August. Ein 2. Visa für unseren Transit ist nicht möglich. Also nehmen wir unseren 2.Pass dafür hervor. Damit gehts.
Wir nehmen die nächste Etappe unter die Räder. Vorher steht aber die Grenze von Russland – 3 Stunden für einen Stempel zur Ausreise und 3 Stunden für die Einreise an.
Durch Dagestan, an Tschetschenien vorbei, durch Kalmykien bis Astrachan an der Wolga. Nicht ganz 1000 km durch endlose topfebene Steppe. Hin und wieder Bauernhöfe, Schaf – und Rinderherden, flache Salzpfannen und viel starker Wind. Die wenigen LKW Raststätten mit Tankstelle sind die Oasen in dieser flimmernden Landschaft ohne Baum (die Sträucher rollen wie in einem Italo – Western über die Straße) mit viel Sand in der Luft. In diesen Orten lauert aber auch die Gefahr in Form von Polizisten mit großen Taschen und viel Erfindergeist. Es war leicht für sie, uns Russland – Greenhorns aus zu tricksen: ein weißer PKW überholt uns und wird daraufhin langsam. Seine Frau hat angerufen, mutmaßt Anneliese. Weil Sperrlinie, bleibe ich hinter ihm. Wird die Linie unterbrochen, fährt das Auto wieder schneller. Dann wieder langsam, sehr langsam. Ich überhole, dabei werden die letzten 10 – 20 Meter wieder zur Sperrlinie…….. ein km weiter ist die Polizeistation die uns herauswinkt. Ich muss mit den Papieren in einen Container. Herein kommen 2 Polizisten, spielen mir auf einer Pocketkamera den Film vor, der genau die letzten Meter des Überholens zeigt. Bei Sperrlinie. „Straf“ bellt der eine, der 2. schiebt mir einen Zettel hin. Dort stehen $ 200,0 . Das geht als Korruption in deren Taschen denke ich, und kann sie auf $ 50.0 herunterhandeln. Ohne Beleg bezahlt und entlassen. Draussen steht der weiße PKW. Die 2 Säcke sind dort ausgestiegen samt ihrer Privatkamera. Und der ganze Posten spielt mit. – für uns: wieder eine Erfahrung mehr.

Gebetstrommeln, Mönche in roten Roben, Buttertee zum Lunch…… warte, dass ist auch Europa. Die einzige Region des Kontinents mit einer buddhistischen Bevölkerung. Sie besteht aus einem mongolischen Stamm, der aus Asien in diese Steppe einwanderte. Sie brachten den tibetischen Buddhismus mit, der Dalai Lama ist ihr geistiger Führer. Ihre Geschichte ist tragisch: die Bolschewiken zerstörten 1920 ihre Tempel und deportieren die Menschen in Viehwaggons nach Sibirien. Chrustschow erlaubte den nur noch 93 000 Überlebenden die Rückkehr. Der Rest der 160.000 Familien starb im Gulag. Im Dorf Komsomolskiy machen wir Pause vor dem Tempel. Eine Frau sperrt uns auf und zeigt uns sein Inneres. Bata, ein junger Ladenbesitzer, beschenkt uns reich mit Spezialitäten aus der Region und wir schließen Freundschaft, die via Internet fortgesetzt werden soll. Die freundliche, sanfte Art dieser Menschen tat uns wohl.

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