Archive for April 2016

Als Gäste sind wir von den Kretern wie Freunde aufgenommen worden. Es gibt praktisch keine Verbotsschilder, die ein Übernachten in einer Bucht, in einem Hafen oder vor einem Kloster nicht erlauben würden. Und wenn, dann sollen wir es vergessen weil es für uns heute nicht gilt, sagt man uns. Dazu sind wir häufig noch mit Früchten oder Lebensmitteln beschenkt worden.
Merke! Es gibt hier keine Wohnmobilplage. Wir haben ganze 3- 4 gesehen. Zu umständlich scheint die Anreise, zu holprig sind die Wege zu den schönsten Stell- und Übernachtungsplätzen. Und die paar wenigen stören die Bauern und Fischer nicht. Die Versorgung mit Lebensmittel und Wasser sind einfach, beim Tavernenwirt ist das Essen traditionell und ausgezeichnet.
Hier sollen die Leute besonders gesund sein und alt werden. Dass kommt vom guten Olivenöl. Vielleicht aber auch von der etwas gemütlicheren und langsameren Lebensweise die man pflegt. Bis vor kurzer Zeit waren die meisten Tavernen wegen Winterschlaf noch geschlossen und vernagelt. Jetzt sind, so scheint es, für die Kreter völlig überraschend Touristen aufgetaucht. Daher wird jetzt gemächlich verputzt, gemalt, repariert und geputzt, um eine neue Saison zu eröffnen.
Apropos Oliven: langsam müssen wir uns als Öltanker deklarieren. Anneliese kauft bei allen guten Erzeugern von bestem Olivenöl mehrere Liter für uns und als Mitbringsel. Heisst es dann Ölscheichin oder Scheiche?

Weil es außer der Landwirtschaft und dem Fischfang nichts gibt, ist der Tourismus sehr wichtig. Dass besonders an der Nordküste der Massentourismus mit allen seinen zweifelhaften Auswüchsen Einzug gehalten hat, ist aber auch nicht zu übersehen. Soweit gut, wenn das Geld hier in Griechenland bleibt und den Rahm nicht wer anderer abschöpft.
Die West- Süd- und Ostküste sind ganz anders. Die Küsten sind steil, teilweise gibt es nicht einmal Straßenverbindungen. Hier setzt man auf den Wander- und Bergtourismus. Gerade jetzt im April profitieren viele kleine Pensionen und Familienbetriebe von diesen Individualreisenden.

Die Kreter haben eine lange Vergangenheit, die überall auf der Insel in Erscheinung tritt. Minoische Paläste in Knossos, Phaistos und Kato Zakros, Gournia und Mochlos sind Beispiele für minoische Städte. Diese Kultur war beherrschend im Mittelmeer. Eine unbekannte Katastrophe um 1450 bC. zerstörte fast alles und die Mykener eroberten die Insel. Theseus aus Athen tötete den Minotaurus und beendete die Tributpflicht. In der Sage musste Athen bis dahin junge Männer und Frauen zur Opferung stellen. Eroberer folgte auf Eroberer und die Kreter mussten einiges erdulden. Aber ihre Kultur bildete den 1. Höhepunkt in Europa und darauf sind sie noch heute stolz.

Viel hat die Insel an Fauna und Flora zu bieten. An Nutzpflanzen gibt es fast alles. Wir haben mit einem Bauern gesprochen, der seine Produkte am Straßenrand anbietet. Er züchtet Bananen, Passionsfrüchte, Eierfrüchte, Philis und mehr – und alles im Freiland ohne Treibhaus und in Bio – Qualität. Selbstverständlich macht er auch Honig, Wein und Raki selber.
Wildblumen und Kräuter finden wir auf Schritt und Tritt und in den zahlreichen Schluchten gibt es ganze Wälder von Oleander, dazwischen Feigen, Aleppokiefern, Johannisbrotbäume, Agarven, Orchideen und vieles mehr.
An Fauna gibt es neben Wildtieren wie Wildziege, Adler, Geier, Meeresschildkröten u.a. vor allem Schafe, Ziegen, Hunde und Katzen. Die Ziegen klettern in den Felswänden, dass einem schwindlig vom Zusehen wird. Und da liegt auch für uns der Hund begraben! Leon liebt Ziegen. Sie fordern seinen Jagdtrieb heraus. Nicht selten war er schon welchen hinterher, seine Kletterkünste überschätzend. Er darf nur noch frei laufen, wenn die Gegend absolut Schaf- und Ziegenfrei ist. Und davon gibt es nur sehr wenig. Aber es gibt eben Bauern mit Gewehr und ein Hund ist hier nicht viel wert.

Ein Tier hat sich stark verändert: bei unserem ersten Besuch in Griechenland vor 39 Jahren war der Maulesel Reit- und Tragtier und sehr geländegängig. Er stand bei jedem Bauern im Stall. Heute hat er 4 Räder und Allrad, hat mehr PS als eine ganze Herde und heisst Pickup. Und ob Fischer oder Bauer, Händler oder Lieferant, jeder hat einen. Zerbeult oder aufgemotzt, mit oder ohne Auspuff – aber alle mit gutem Durst.

gemütlich

Moni Kapsa

Klosterinnenhof

Ostkreta

paddeln

Ostküste

kiss me

fantastisch

Reichtum

Sitia

guter Spruch

Mochlos

Orchidee

Frage

Panagia

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Für uns jedenfalls. Auch für die jungen Amerikaner, die damals nicht in den Vietnamkrieg wollten, sondern hierher gingen.
Und für die Kreter von heute? Nicht für alle! 50% Jugendarbeitslosigkeit, Entlassungen, Lohnhalbierungen, Rentenkürzungen – das alles betrifft nicht wenige. „Die da oben“ – gemeint sind die Politiker – „haben uns bestohlen“, meint der Spirituosenhändler in Mires. „Und wir kleinen Leute müssen die Zeche zahlen. Die Steuern gehen nach oben, die Leistungen des Staates nehmen ab“. Ich habe gerade einen Liter Raki um € 3,50 gekauft. In der Plastikflasche und ohne Etikette. “ In Austria zahle ich für einen Liter Schnaps wesentlich mehr und nicht wenig davon ist Steuer“. Das sei bei ihm nicht anders bei Cognac, Whiskey oder Metaxa. Aber zum Glück habe er den Bauern der ihm den Raki gegen Cash gibt. Und er verkauft ihn mir somit unter dem Ladentisch. Kein Wunder, dass der Raki Nationalgetränk Nr. 1 bleibt.

In der Taverne hören wir ein Gespräch zwischen deutschem Gast und Wirt. Der Deutsche verteidigt die starken Euros, die er gerade auf den Tisch zählt. Der Wirt, ein eben noch gemütlicher Gastgeber, erzählt dem Teutonen, was er von seinen Euros hält. Er hofft, die Drachme kehrt bald zurück, damit es wieder aufwärts gehen kann. Wir haben die Antwort erfrischend ehrlich gefunden. Der Deutsche war eher etwas verschnupft.
So einfache Lösungen für das griechische Desaster hat vielleicht nicht jeder. Aber die Menschen haben nicht alle ein Wirtschaftsstudium, kennen nicht alle Gründe oder wollen sie auch gar nicht kennen. Aber Eines steht fest: wenn es einem schlecht geht und keine Rettung in Sicht ist, dann ist jede Alternative ein Strohhalm, weil beschissener kann es nicht werden. Ein vernünftiger Lösungsansatz ist jedenfalls zu erkennen. Zum Beispiel der Carrefour – Supermarkt in Kissamos, einer der wenigen Läden einer ausländischen Kette, ist gähnend leer. Die Kreter kaufen im Laden beim einheimischen Händler kretische Produkte. Das tun wir auch weil es viel Sinn macht. Zum Beispiel ist Kreta voll mit Orangenbäumen und die reifen Früchte sind köstlich und billig. Im Tetrapack gibts ein Liter 100% Saft um € 1,80. Der Supermarkt verkauft bulgarischen Orangensaft um € 1,0 . Es gibt noch andere heimische Früchte die unterboten werden. Nur beim Olivenöl, unerreicht in Europa, scheint kein ausländischen Produkt den Hauch einer Chance zu besitzen.

Weg nach Tripiti

Wahnsinnstat

i bin da Leon

Schlucht Rouwas

E4

unbezahlbar

Brot

so gehts auch

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Die Küste zwischen Plakia und Matala gehört zum schönsten Küstenabschnitt Kretas. Auch den schönsten Strand soll es hier geben. Am Preveli – Beach mündet der Megalopotames ins Meer. Im Tal wachsen entlang des Baches viele Palmen und bilden einen schattigen Hain.
Auf Kreta ist das Leben vielleicht leichter als anderswo – zumindest müssen das viele Aussteiger, Kriegsdienstverweigerer und andere Hippies in den 60igern gedacht haben. Sie kamen aus der ganzen Welt und probierten einen neuen Lebensstil aus.
Der Alfred, ein Kärntner, der in der Nähe des Preveli Tales in seinem Steyr 680 sein Feriendomizil hat, erzählte uns eine Geschichte: Meinrad, ein Tiroler, lebte über 20 Jahre in dem Tal und hat sich in einer Höhle eingerichtet. Er legte auch einen Garten an, von dem er sich ernährte. Weil er mit seinen langen Haaren und Bart sehr wild aussah, haben sich die Talbewohner vor ihm gefürchtet. Er lebte als Einsiedler weil er fand, dass er mit den Leuten nichts mehr anfangen konnte und die Leute auch mit ihm nicht klar kamen. Kaum verstorben, es ist erst wenige Jahre her, hat das Kloster einen Bagger geschickt und lies sein kleines Paradies planieren. Einsiedler werden eben nur akzeptiert, wenn sie schon vor langer Zeit lebten und sich als Heilige eigneten.
Ein anderer bekannter Ort, nicht weit weg, ist Matala. In den 60iger Jahren der Hippie und Aussteigerort. Die jungen Leute wohnten ebenfalls in den Sandsteinhöhlen am Strand. Unter ihnen so bekannte wie Cat Stevens, Bob Dylan oder Jonny Mitchel. Die paar Fischer im Ort haben das Treiben der Jungen toleriert. Erst viel später hat man die Höhlen, welche Menschen im Neolithikum gegraben haben, unter Schutz gestellt. Geblieben ist ein quirliger Ort, der jedes Jahr ein friedliches Hippiefest mit viel Musik und tausenden Menschen veranstaltet. Alles ist jetzt halt ein bisschen kommerzieller geworden, am Strand steht Bar neben Bar. Vor 36 Jahren war auch Anneliese hier und hat am Strand vor den Höhlen geschlafen. Ein bisschen wehmütig denkt sie an dieses Matala zurück. Aber andere Orte machen in dieser Zeit viel schlimmere Veränderungen durch.Karfreitag

Ausgrabungen

Klostergarten bei Aptera

Theater

einfach toll

in der Bucht

Matala

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Alfred

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