Archive for 10. Juni 2015

Tifliser Nächte sind lang – eine heiße Partynacht bricht über uns herein. Auf einer Seebühne nicht weit weg feiern junge Leute ihren Schulabschluss mit dröhnender Musik. Bis 4 h früh wird noch auf dem Platz vor uns getanzt. Schlafen geht nur in ganz kleinen Portionen. Christoph aus St.Gallen bleibt vor dem Laptop sitzen und probiert es erst gar nicht.
Unausgeschlafen geht’s in die Stadt und zu einem riesigen Carrefour. Hier gibt es all die Importware aus Europa! Eitrige (Käsekrainer) und Knacker von Greisingen aus dem Mühlviertel für mich, Frankfurter und Käse aus Frankreich für Anneliese. Ich leiste mir auch 2 Löwen – Weisse aus München für einen dekadenten Genuss.
So aufgefüllt erreichen wir in 2 Tagen Kutaisi auf der „Seidenstraße“ von heute.
Welch ein Mythos ist dieser alte Karawanenweg. Von China bis Europa verliefen mehrere Routen und viele alte Karawansereien sieht man als Ruinen oder sind restauriert. Diese Straßen sind jedoch nicht Vergangenheit – sie existieren in moderner Form noch immer. Es sind Sattelzüge statt Kamele und Tankstellen mit Parkplätzen ersetzen die Karawansereien. Fernfahrer sitzen im Schatten ihrer LKW’s zusammen und trinken Tee. Es sind meist Türken, Georgier, Iraner und Azerbaidschaner. Man fährt in kleinen Gruppen um sich gegenseitig helfen zu können. Entlang der Straße versorgen viele Kleinhändler die Transporte mit Grillständen, Obst, Gemüse, Frauen wedeln mit frisch gebackenen Brot und auch Liebe ist käuflich. Im Grunde ist alles wie es immer war.
Nur die Waren sind andere. Statt Seide gibt es Rohstoffe und von West nach Ost werden Lebensmittel, Waffen, Maschinen usw. geliefert. Auf der Seidenstraße wurden auch schon immer Ideen und Religionen, Wissen und Fertigkeiten transportiert. Heute ist es nicht anders. Demokratiebewegungen und Menschenrechte machen manchem autoritären Staat Angst. Die Neureichen im Osten kopieren den westlichen Lebensstil. Die neuen Götter heissen Mercedes, Lexus, Ranch Rover, Rolex und Apple. Und der Westen braucht immer mehr Öl, Stahl, Edelmetalle, Erze und Absatzmärkte.
Neben der Straße gibt es auch die Bahn. Endlos lange Züge, von 3 russischen Loks gezogen und geschoben transportieren Rohöl von Baku am Kaspischen Meer zum Ölhafen Batumi am Schwarzen Meer. Sie ist auch aus Eisen – die Seidenstraße. Und dass sie bis China reicht sehen wir auch: der neue Bahntunnel wird von einer chinesischen Firma mit chinesischen Arbeitern gebaut.

Wie geht es weiter:

jedenfalls am Freitag, Samstag oder gar am Sonntag – wir haben 2 Optionen: Odessa in der Westukraine – oder Burgas in Bulgarien? jeweils mit der Fähre von hier aus. Wir knobeln noch, am Freitag müssen wir uns entscheiden.

Odessa reizt uns schon sehr – wir waren schon 2010 und es hat uns einfach gut gefallen.

Also wir melden uns dann von?

Ganz liebe Grüße
Anneliese und Günther samt Leon

Erholungsgebiet

Mtskheta

Stöckelschuhe

Hoffen und beten

Gasfüllung um €6.-

Trafo

Nirgendwo

Fahrkartenchalter

Geschäftchen am Lande

Pause

Vorrang

Land

Stadt

unverkennbar

der schönste Markt ist in

Kutaisi

Hühnchen gefällig

die besten Kirschen

Poti

Günthers Pizza

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