Archive for 1. Juli 2014

An der Schwarzmeerküste ist das Wetter oft regnerisch – sagt unser Reiseführer. Und daher weniger touristisch als die Südküste. Doch nicht bei uns!
Viel Sonne, ein warmes Meer und trotzdem kein Ballermann!

Sinop ist Hafenstadt und von hier fahren wir auf einer gewundenen engen Küstenstraße westwärts. Die Küste ist steil, in den Buchten liegen kleine Fischerdörfer. Wir schlafen gut auf der betonierten Hafenmole. Der Kneipenwirt hat an uns gedacht und bringt warmes Brot zum Frühstück.

Amasra erwacht im Sommer und wird von Touristen aus der Türkei besucht. In einem der zahlreichen Restaurants am Hafen essen wir die dortige Spezialität Horse-Makrele, ein kleiner Fisch, dessen Verzehr für uns viel Arbeit ist. Die türkischen Restaurantbesucher essen ihn mit Kopf und Schwanz und sind entsprechend schneller satt.

Über Safranbolu im Landesinneren treffen wir in Akcakoka wieder die Küste. Safranbolu ist seit 1994 Weltkulturerbe. Der alte Stadtkern besteht aus Häusern im osmanischen Stil mit Erkern und Balkonen. 2006 haben wir in einer renovierten Pension wie ein Emir und eine Haremsdame übernachtet. Jetzt hat ein Hotel seinen Garten für WOMOS geöffnet. Mit Duschen, WC, Strom und Internet.

Der Leon hat seit einer Woche eine eitrige Zehe und die wird nicht besser. Akcakoka, eine etwas größere Stadt, könnte einen Tierarzt haben. Wir fahren zu einer Pharmazie und fragen. Der Apotheker telefoniert lange herum und fährt mit uns zum Gemeindeamt. Dort gibt es einen Amtstierarzt. Der tritt sogleich in Aktion. Wir gehen auf den Parkplatz und er öffnet den Kofferraum. Die Spritze hat er schnell, nach der Infusionsflasche kramt er länger in einem Haufen von Medikamenten und Geräten. Leon wird betäubt und kniend im Schatten des Autos wird die Pfote untersucht. Weil es eine Infektion ist bekommt er einen antibiotischen Spray und schon ist der Arzt wieder weg. Lässt sich nichts bezahlen. Mit dem Apotheker fahren wir in dessen Geschäft und erhalten ein Antibiotikum zum auftragen. Für die Begleitung und Zeitaufwand dürfen wir auch ihn nicht bezahlen. Das ist türkische Hilfsbereitschaft. Wie wir sie oft erlebten.

Heute faulenzen wir in „woodyville“. Ein istanbuler Rechtsanwalt hat hier in eine Traumbucht bei Side ein Feriendorf gebaut. Holzhäuschen mit Aussicht, ein Pool, Cafe und Restaurant, alles ist liebevoll komponiert. Und weil er ein Wildwestfan ist, gibt es ein Sherrifbüro, Tipis und Planwagen zum Übernachten, samt Cowboyromantik am Lagerfeuer mit grasenden Pferden im Hintergrund. Es gibt auch ein Baumhaus mit Bad names „honey moon“.Felsen schließen die traumhafte Sandbucht ab.

Weil ich seine Anlage gut finde, bekomme ich einen Stetsonhut geschenkt. Ich soll ihn nicht vergessen. Weil er schon 76 ist sucht er eine verlässliche Person die den Laden leiten soll. Etwas für eine(n) Aussteiger(in). Handwerkliches Geschick und Tourismuserfahrung wären gut. Wer Lust hat bitte melden, wir stellen die Verbindung her. Erol (der Besitzer) hat das österr. Gymnasium in Istanbul besucht und spricht ausgezeichnet deutsch.

Morgen wollen wir über den Bosporus und weiter nach Edirne. Wir haben uns für Bulgarien und Rumänien als Heimreiseroute entschieden (weil Hans Jörg nun offensichtlich doch nicht nach Griechenland kommt). Aber bis dahin gibt es sicher neue Nachrichten von uns.

Ganz liebe Grüße an alle AuGuL

Schwarzmeerküste

Buchten

Markt

Mahlzeit

Amasra

Safranbolu

beim Schmied

Strand

woodyville

Pool

honey moon

Bucht

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