Archive for Juni 2014

von den Türmen Swanetiens zu jenen in Batumi am Meer sind es nur ca. 280 km.
Batumi hat die Skyline einer modernen Stadt. Der Universitätsturm ist 47 Stockwerke hoch, die Hotels und der Turm des Georgischen Alphabets sind nicht viel niedriger. Schön ist auch die alte Stadt mit prachtvollen Bauten. Eine 7km lange Corniche zum Flanieren, Brunnen, Parks und uvm. Batumi ist auch eine Erdölstadt. Die erste Pipeline der Welt aus Azerbaidjan endet hier und das Öl wird auf Schiffe verladen.
Nicht weit weg richten wir uns für 2 Tage am Strand unter Kiefern ein und genießen das warme, saubere und tiefblaue Wasser. Nur der Sand ist rabenschwarz und vielleicht liefert er den Grund für den Namen des Meeres?
In Poti soll Jason gelandet sein, aber in Batumi steht das Denkmal der Medea. Sie hält das Goldene Vlies in der Hand und weiß noch nicht um ihr Schicksal im fernen Griechenland.

Der südwestlichste Zipfel Georgiens ist Adjarien, eine autonome Teilrepublik. Durch das Tal des Atscharis Zqali fahren wir über den Goderzi Paß nach Akhaltsikhe, unserer ersten Stadt als wir einreisten.

Unser Navi (meist sehr nützlich) schickt uns in Batumi von der schönen Stadtautobahn herunter Richtung Süden. Eine Stadtumfahrung, so denken wir. Aber so ein Navi ist halt auch nicht immer gescheiht und nimmt den kürzesten Weg. Der führt uns nach dem Stadtrand auf einen Berg mit Schotterstraße und Bachfurten, an erstaunt blickenden Menschen in Küchenfenstern vorbei, streifen die aufgehängte Bettwäsche und ernten mit unserer Dachreling die Pflaumenbäume (die Ernte, die auf den Scheibenwischern hängen bleibt reicht fürs Müsli am Tag darauf). Nach reichlich einer Stunde erreichen wir wieder die Hauptstraße am Südrand der Stadt, wenige km weiter als dort wo wir abbogen. Das Ausmaß der Freude kann nur ahnen wer die Zustände von Nebenstraßen kennt.

Adjarien ist wunderschöne Natur. Die Siedlungen gehen hoch hinauf, jeder Flecken Grün wird bewirtschaftet. Weil es eine alte Handelsroute ist gibt es 3 sehenswerte Brücken aus dem 12. Jhdt. Sie werden der Zeit von Königin Tamar zugeschrieben. Manche vermuten aber auch die Venezianer als Bauherren. Und wenn man die Brücken betrachtet…… sie sind jenen in Venedig nicht unähnlich…. auch wenn die Benutzer hier vierbeinig sind.

Weiter hinten im Tal vor dem Paß soll ein Schigebiet entstehen. Eine Betreiberfirma soll hier Lifte, Hotels und sogar einen Flughafen wie in Mestia entstehen lassen. 2013 sollen laut Plakat bereits täglich 2500 Menschen den Lift benutzen. Futuristisch steht sie da, die Talstation, von Fa. Doppelmayr aus Österreich mit 11 Mill.€ aus Wien gebaut. Rundherum alles Baustelle. Von den Hotels ist nichts realisiert, nur ein Blockhaus im Rohbau für den Apreski? Wir fragen wie das hier funktionieren soll. Die letzten 25 km auf schlechter Piste konnte ich nie höher als in den 2. Gang schalten (nach dem Paß geht es so weiter) Wie viele georgische Familien können sich Ferien mit Wintersport leisten und vielleicht noch mit dem Flieger ankommen? Werden Russen kommen oder gehen die nach Sotchi mit mehr Liften und Infrastruktur als hier?
Wer hat in Österreich diese Zahlen vorgelegt wonach schon bald täglich 7500 Schifahrer die Anlagen benützen werden? Und wer hat in Österreich diese Angaben überprüft?
Wenn so viele Ostkredite unserer Banken aussehen glauben wir gerne, dass Banken in Schieflage kommen. Und die Regierung in Wien trägt die Ausfallhaftungen.
Anders als bei uns, wo Schigebiete langsam wuchsen und nach und nach erweitert wurden, wird hier zuerst gebaut und dann nach den Touristen gefahndet.

Ein paar Tage später (Mittw.18.6.) sind wir wieder in der Türkei. In Kars sorgen wir für Nachschub des berühmten Käse (einmalig in der Türkei). Zügig geht es weiter nach Erzurum, Erzincan und schließlich nach Amasya. Anneliese lässt hier wieder ihre Blutwerte im Hastanesi testen (3 maliges Tauchen in der Heiligen Quelle hat leider auch nichts genützt).
Am 2. Tag machen wir eine Stadtbesichtigung. Viele Kulturen haben ihre Spuren gesetzt und machen die Stadt einmalig interessant. Ganz in der Nähe gewann ein großer Stratege einen Blitzsieg über die pontischen Truppen. Die Schlacht dauerte gerade einmal 5 Stunden und Cäsar sms-te dem Senat kurz: veni, vidi, vici. 15 Zeichen lassen vermuten dass Kommunikation damals schon teuer war aus dem Ausland.

Morgen werden wir in Sinop wieder mindestens unsere Zehen ins Schwarze Meer setzen. Unsere Hauptrichtung wird dann Istanbul sein. Und ob wir weiter nach Griechenland oder Bulgarien/Rumänien reisen ist auch noch offen, weil: lustig ist das Zigeunerleben (korrekt: Roma).

Der Anderl sorgt sich, dass wir nach so vielen Klöstern noch religiös geworden sein könnten. Darum noch ein Satz zur Kirche in Armenien und Georgien.
Die Kirche war in der UDSSR sehr unterdrückt. Priester waren im Untergrund, Kirchen geschlossen und viele Gläubige wurden verfolgt. Heute hat sich das Blatt gewendet. Es muß viel Geld von den Auslandsarmeniern ins Land kommen und es wird überall Geld gesammelt. Viele Kirchenneubauten und Renovierungen sieht man überall. In den Klöstern stehen noble Karossen für die Mönche bereit. Es geht den Pfaffen wieder gut – vielleicht zu gut in einem armen Land.

Ganz liebe Grüße an daheim
AuGuL
Reparatur

Fundgrube

Größe

Saft

Schwarzes Meer

Batumi

Medea

Nino

Gegensätze

moderne

sympatisch

Adscharien

Ende der Brücke

Dandalo

Purtio

vollbepackt

P1080320

schöne alte Häuser

DoppelmayrJPG

Ich schäme mich für so eine Unfähigkeit

Plakate

Gesamtansicht

Bushäuschen

Projekte

harte Arbeit

Beispiele

Umfeld

Ungerechtigkeiten

Abschied

Kura

uns gehts gut

auf der 060

Bana

georg. Kirchenruine

Rundkirche

Blick zurück

mit See

Achtung

Wiedehopf

Amasya

P1080457Hauptmoschee

ebendort

ein Meer von Sonnen...

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In Tbilisi sind wir wieder mit Maria und Wolfgang und ihrem Hund Vanny unterwegs. Ohne es auszumachen sehen wir sie am Straßenrand parken. Gemeinsam bummeln wir durch die Altstadt, zum Fluss Kura und genießen die georgische Küche.

Geradewegs nach Norden geht es über die „Heeresstraße“ zur russischen Grenze in den Hohen Kaukasus. 5033 Meter hoch ist der Kazbegi. Zu seinen Füßen liegt das Sameba Kloster von Gergeti in beeindruckender Lage. Am Kreuzpass auf 2200 Meter übernachten wir und erleben ein Gewitter mit Sturm der uns ordentlich durchbeutelt. Zurück über eine Schotterpiste brauchen wir einen ganzen Tag nach Gremi. Die Burg dort mit schöner Kirche zählt zu den Weltkulturerbestätten der UNESCO.

Im Tal des Alazani ist das Hauptweinbaugebiet der Georgier. Wein hat hier eine 6000 alte Tradition. Bei Frau Nunu verkosten wir in ihrem Keller den roten Saperawi und weißen Kotechi. Zudem hat sie viele alte Gebrauchsartikel gesammelt und ausgestellt.

Nach 6 Tagen trennen wir uns wieder von Maria und Wolfgang nach dem Besuch des Kloster Bodbe. Es ist ein Nonnenkloster und wichtigstes Pilgerziel der GeorgierInnen. Es gibt hier eine heilige Quelle, die mit einem Badehäuschen überbaut wurde. Das Wasser soll viele Leiden heilen wenn man 3x untertaucht. Ob es auch bei Anneliese wirkt? Sie vollzieht das Ritual und vertraut auf die Wirkung des eiskalten Wassers. Auf jeden Fall stärkt man seinen Kreislauf, wenn man den Kälteschock überlebt.

Maria und Wolfgang werden uns über Swanetien nach Batumi in die Türkei vorausfahren. Es war schön mit ihnen zu reisen und die Hunde haben sich toll verstanden.

Georgia goes west!
Ist es in Armenien noch nicht zu erkennen wohin es geht, so ist Georgien eindeutig auf dem Weg nach Europa. Besonders merkt man das in der Hauptstadt. Wir füllen in einem riesigen Einkaufszentrum unsere Vorräte auf. Neben eigenen Erzeugnissen gibt es hier in Carrefour Käse und Wein, Pasteten, Biere und viel anderes aus Europa. Der Speck kommt aus Ungarn und dann sehen wir sogar Käsekrainer aus Österreich!!

Es gibt eine Menge Leute die hier einkaufen: jüngere Menschen und Familien mit schon gehobenem Lebensstandard. Das darf aber nicht über die ärmlichen Verhältnisse am Land hinweg täuschen. Am Parkplatz stehen neue Mercedes, Lexus, Toyotas und BMW. Wären da nicht die vielen Rostlauben von Lada, Gaz und Wolga, sowie viele Fuhrwerke am Land, man bekäme ein falsches Bild.

Unser Plan ist es, über den 2623 Meter hohen Sagar Pass nach Ushguli in Oberswanetien und weiter durch das Tal des Enguriflusses zum Schwarzen Meer zu fahren. Ushguli liegt auf 2400 Meter Höhe. Es ist das höchste Dorf Europas und es ist dort 8 Monate Winter. Wolfgang und Maria sind uns dorthin vorausgefahren. Am Samstag erhalten wir ein SMS, dass der Pass noch unpassierbar ist und sie umkehren mussten.
Wir können aber über Kutaisi, Zugdidi und Mestia nach Ushguli und seinen mittelalterlichen Wehrtürmen fahren.

In Kutaisi stoppen wir erst einmal. Die Bagratiden Kirche ist Weltkulturerbe. Wir suchen nach einer Ruine, die die Osmanen im 17. Jhdt. mittels Sprengstoff aus der Kathedrale machten. So stehst im Buch. Aber staune! Die Kirche erstrahlt vollständig restauriert auf ihrem Hügel über der Stadt.
Kutaisi ist das alte Kolches. Wer dem M. Köhlmaier oder seinem Geschichtslehrer zugehört hat weiß, dass Jason, der griechische Held hierher mit seinem Schiff Argos kam, das Goldene Vlies und die Medea raubte. Etwas ganz ähnliches haben wir auch entdeckt: der Stadtverkehr – Bus aus Kufstein fand ebenfalls seinen Weg durch die Dardanellen hier her und macht weiter brav seinen Dienst als Stadtbus. Nur das Nummernschild wurde getauscht und er bekam Vorhänge. Eine Story, ebenfalls sagenhaft!

Konnten in der Stadt ein Versicherungsbüro entdecken und fahren seit heute(Mo.9.6.) wieder „streetlegal“. Schlafen am Parkplatz des Klosters Gelati, ebenfalls Weltkulturerbe.

Ausflug nach Oberswanetien.
Die Swanen sind ein eigener Stamm, unterteilt in viele Clans. Schon vor 1000 Jahren siedelten sie in Swanetien in einem Tal südlich des Kaukasus. Sie sind erst spät Christen geworden und sprechen noch eine eigene Sprache.
Mestia ist der Hauptort im Tal. Wir können ein Haus aus dem 12. Jhdt. mit originaler Einrichtung anschauen. Weil es auf 1500 Meter Höhe im Winter kalt wird, wohnten Mensch und Tier gemeinsam in einem Raum. Auf einer Seite war der Barren für die Kühe und Schafe sowie der Hühnerstall. Über den Kühen war ein Holzboden, auf dem man in Reih und Glied schlief und vom Vieh gewärmt wurde. Die offene Feuerstelle war mitten im Raum und um diese herum waren Bänke zum Essen. Der Raum darüber war für das Heu, eine gute Wärmedämmung nach oben. Jedes Haus besaß auch einen Wehrturm. Weil die Clans untereinander oft stritten und die Blutrache herrschte, zog sich die Familie dorthin zurück wenn ein Angriff drohte. So erklärt es uns Frau Larisa, eine Nachkommin des Margiani- Clan wortreich in einem Gemisch aus georgisch und englisch. Ich turne die Leitern durch 6 Stockwerke hoch und stelle mir vor, wie alle nach oben klettern, die Leitern hochziehen und von ganz oben den Angreifern eine lange Nase drehten.
Heute sorgt ein großer Polizeiposten in einem hypermodernen Turm dafür, dass keine Vendetta mehr stattfindet und die Türme nur mehr Symbole für die Macht der alten Familien sind.
Einen Tag sind wir durch mehrere Dörfer gewandert. Viele Häuser sind Ruinen und Menschen sind abgewandert. Das Leben muss hart und entbehrungsreich sein. So kurz die Vegetationszeit ist, so lange ist der Winter. Und da ist man oft abgeschnitten in den Tälern und Selbstversorger. Einziges Transportmittel ist dann der Holzschlitten und das Pferd.

Und weil es uns so gut in Georgien gefällt, werden wir nicht in Batumi ausreisen, sondern noch eine kleine weitere Straße mit Pass Goderdzi fahren und bei Akhaltsikhe wieder in die Türkei ausreisen.

Recht liebe Grüße an daheim
AuGsamt LeonAnanuri

Steinmetzkunst

Hochzeit

Geburtstag

auf in den

Tal

Kirche

Kasbegi

Kvetara

Wanderung

Alawerdi

Gremi

Lavasch

Besuch

Besuch 2

Besuch 3

Besuch 4

Sighnaghi

Filzen

Spiel

Bodbe

heilige Quelle

Kvareli

Alten

Wasser tanken

Höhlensiedelungen

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Wein

Ochsengespann

Plattenbauten

Nachtplatz

neue Seidenstraße

Kufstein

hartes Leben

Markt

Käse

Mittagsrast

die armen Hühnchen

Bagrati

im neuen Glanz

Abschluß

Gelati

Fresken

Andacht

Kloster Gelati

ein Priester

Grab

Straßenverkauf

Maria und Wolfgang

Leon

Verkauf

ersten Wehrt.

Symbol von Reichtum

Matschubi

Wehrturm

Lakhiri

Dorf

genial

Flughafen

Polizeiposten

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