Archive for 31. Mai 2014

Ein normaler Reisetag – z.B. 28.5. vorletzter Tag in Armenien.
Der Morgen ist strahlend schön. Die Hecktüren aufgeklappt, den Vorhang eingehängt und schon steht die Außendusche bereit. Ein paar vorbeifahrende Autos sehen die nackten Beine von Anneliese, ein ganz kecker hupt.
Ich mache Frühstück und füttere den Leon, der inzwischen die 2 Kühe die vorbei grasten bellend umrundete. Nach dem Frühstück wird ausgekehrt, ich dusche und dann geht’s los. 2km weiter plätschert ein Brunnen am Straßenrand. Wir füllen unseren Trinkwassertank und Anneliese weicht unsere Bettwäsche in der „Waschmaschine“ ein. (30 Liter Plastiktonne) Während der Weiterfahrt wird darin besonders bei schlechten Straßen die Wäsche durchgeschüttelt und es entsteht der Waschmaschineneffekt. Weil der Leon schon über ein Monat nicht schamponiert wurde, kommt auch er in den Brunnen.
Keine 20 km weiter besuchen wir das Kloster Sanahin. Wieder ein Weltkulturerbe. Anneliese ersteht bei einer Frau gestrickte Hauspatschen für den Enkel und mich, hat aber zumindest meine Fußgröße unterschätzt. Egal, bekommt die Patschen eben die Schwiegertochter.

Weil am PC schon wieder viele Fotos und auch Text auf das Versenden warten, sehen wir uns im Ort nach Wlan um. Hotels sind immer gute Adressen dafür. Auf einem Hochhaus steht: HO EL. Wir fragen nach ob wir ein Wlan nützen können . Zuerst nein, dann doch ja. Wir werden in den 4. Stock geführt, dort ist die Lobby. Die junge Dame versteht zwar englisch, aber unser Anliegen nicht. Sie möchte, dass wir das Zimmer für 90 USS nehmen. Endlich wird ein Router gebracht, das Kennwort bekommen wir auch, es kann losgehen. Wir bestellen Tee und Cafe, damit wir auch eine kleine Zeche machen. Alle rutschen auf den Parkettboden auf so kleinen Teppichflecken, etwas größer als die Schuhe, herum um den Boden zu schonen oder zu polieren? Nur wir brauchen das nicht zu tun.
Dem Chef dauert das alles schon zu lange. Wir fragen was wir schuldig sind. 10.– USS, erfahren wir. Das Fräulein entschuldigt sich für den Chef auf englisch, es ist ihr peinlich, dass er so viel verlangt.
In jedem Cafe hätten wir uns für diese Summe mit Tee und Cafe volllaufen lassen können.

Es wird Zeit für die Mittagspause. Auf dem Plateau des Dorfes Odzot machen wir Halt. Die Wäsche wird einmal gespült und wir machen Cafe mit Kuchen. Der erste Blitz saust nieder und ein Gewitter bringt Sturzbäche mit sich. Weil wir neben einem Kartoffelacker stehen und zurück zur Straße etwa 50 Meter haben, wird der Wiesenweg zur Rutschpartie. Doch dem Allrad von Ford sei Dank, wir kommen grad noch raus.
Nach dem Besuch der erstaunlich großen Kathedrale aus dem 9. Jh. beschließen wir, die kleine Nebenstraße weiter Richtung Stepanavan zu fahren. Wir hoffen sie ist nicht gar zu schlecht. Was sich als Irrtum erweist. Ich schalte nur mehr zwischen dem 1. und 2. Gang hin und her. Riesige Schlaglöcher, eines neben dem anderen. Nach 1 1/2 Std. kommen wir auf einen kleinen Pass. 4 wunderschöne alte Kreuzsteine sind hier aufgestellt und es gibt genug Platz für unseren Nachtplatz in einer wunderschönen Landschaft. Wir müssen noch die Wäsche zum 2.x klarspülen , aufhängen und Anneliese macht Abendbrot. Ein uralter LKW mit Steinen bleibt stehen, fragt herüber ob wir ein Problem hätten. Der alte „Linienbus“, mit Gas betrieben röchelt die steile Straße herauf und hupt zum Gruß. Ein weißer Lada bleibt neben uns stehen, ein ca. 20jähriger steigt aus, küsst alle 4 Katschkarre und fährt weiter. Ein anderer umkreist die Kreuzsteine mit dem Auto 3x. Diese Handlungen ersetzen in Armenien anscheinend den ÖAMTC.
Aber fast alle die heraufkeuchen vergessen vor Erstaunen auf das Gasgeben, weil sie uns sehen. Inzwischen haben wir nämlich das Sonnensegel ausgefahren und darunter die frisch gewaschene Wäsche zum Trocknen aufgehängt. Die Sonne erscheint noch knapp vor dem Untergehen. Der junge Mann der die Kreuzsteine 3x umrundete kommt noch einmal und fährt jetzt 4x herum. Nachdem er etwas entfernt ein kleines Feuer entzündet hat und 4 Getränkeflaschen hinterlässt, humpelt auch er wieder hinunter zum Dorf.
Dann senkt sich die Dunkelheit, die Sterne leuchten und ich gehe nach 21h eine Gassirunde mit Leon. Dann ab ins Bett zum Lesen. Noch 1 – 2 Autos holpern vorbei, dann schlafe ich ein.

Nun sind wir seit 2 Tagen in Georgien und heute in Tiflis und haben wirklich zufällig Maria und Wolfgang wieder getroffen – einHallo und große Freude – auch für die Hunde!

Schöne Grüße an alle und an unsere Geburtstagskinder Anderl und Reinhard ein dickes Busse

Anneliese und Günther samt Leon

Lädchen

Nachtplatz

Oldtimer

Grenze

Dmanisi

Detail

Urahnin

Gasnachfüllung

Nun gibt’s noch einige Tiflis Bilder:

Tiflis

Maria und Günther

Friedensbrücke

unter

Häuser

Bäderviertel

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