Archive for April 2014

TURABDIN – das bedeutet „der Berg der Knechte Gottes“. Er liegt zwischen den Orten Mardin, Midyat und Nusaybin. Das steinige Hochland besass einst über 80 Klöster und ist bis heute Zentrum der syr.-orthodoxen Türken.
Einige der alten Monasterien werden wieder von Mönchen und Nonnen bewohnt. Aus dem Mor Gabriel, in dem Erzbischof Timotheus residiert, haben wir das letzte Mal berichtet. Am Ostersonntag sind wir noch zu einem weiteren Kloster, Mor Malke, gefahren und haben dort übernachtet. Wir bekamen eine Führung durchs Kloster mit der einzigartigen Kirche, darunter die Krypta mit den Särgen der Heiligen Männer und dem Gründer Mor Malke. Am Montag fahren wir das Sträßchen durch hügeliges Land mit verstreut liegenden Dörfern zum Kloster Mor Yakub. Am Weg dorthin treffen wir auf Männer, die auch zum Kloster wandern. Es sind Deutschtürken auf Osterurlaub. Alle sind in der Gegend geboren und in den 70iger und 80iger Jahren nach Deutschland gegangen. Damals hat der Krieg der Kurden gegen den türkischen Staat seinen Höhepunkt erreicht. Die Menschen in den Dörfern sind zwischen den Parteien zerrieben worden. Die damals 16 – 17jährigen sind weg, um dem Militärdienst zu entkommen. Das Militär war rücksichtslos und hat ganze Ortschaften vernichtet, die PKK hat zurück erobertes Land den Christen wieder zurück gegeben, erzählt ein älterer Herr, den wir samt seiner Büchse bis zum Kloster mitnehmen.
Seit einem halben Jahr, nach umfangreichen Renovierungen wird es wieder von einem Mönch bewohnt. Auf der Terrasse sitzt schon eine große Runde Männer beim Cai. Sie sind alle heute zum Essen eingeladen.
Der junge Mönch, der in einer Woche hier seine Priesterweihe erhält, bewirtet auch uns. Stolz zeigt er uns das im 4.Jhdt. gegründete Kloster, in dem Mönche das Evangelium in aramäischer Schrift abgeschrieben und vervielfältigt haben. Er erklärt uns die Schriften und singt uns Ausschnitte aus den Texten vor, damit wir den Klang des Aramäischen hören.
Wir zünden eine Kerze für unsere verstorbenen Eltern und für meinen Bruder und Schwager an. Er möchte die Namen wissen, damit er sie bei der am Dienstag stattfindenden Messe verlesen kann. Wir sind beeindruckt von dem Mann, der in Damaskus, Istanbul und Oxford Theologie und Semitische Sprachen studierte. Zu seinen 7 Sprachen die er spricht, gehört auch Deutsch.
Die Einladung zum Essen lehnen wir höflich ab und fahren weiter durch eine einsame Berggegend zum Kloster Mor Augen.
Wenn es noch eine Steigerung zum bisher gesehenen gibt, so ist es dieses Kloster. Es klebt am Felsen wie ein Adlerhorst. Es ist das Älteste. Mönche aus Ägypten haben es im 4.Jhdt. gegründet. Bis zu 350 Bewohner zählte es einst. Der Mönch, er lebt alleine hier, erzählt uns von seinen Problemen mit den türk. Behörden und ist sehr pessimistisch wenn es um die Zukunft geht. Wir trinken auch mit ihm den unvermeidlichen Cai und richten uns für die Nacht am Fuß des Klosterberges ein.

Wieder auf der D 400 geht’s Ri. Osten entlang der syrischen und später irakischen Grenze weiter. Bald kommen wir in die hohen Berge des „wilden“ Kurdistan. Durch Schluchten und über Pässe bis zu einer Straßensperre des Militärs. Die stehen hier und haben Stellungen entlang der Straße ab dem Ort Cizre. Nicht wegen uns, auch nicht wegen der irakischen Grenze. Sie demonstrieren hier ihre Macht über die Kurden und deren Dörfer. Als der Leutnant mit dem Back Gammon Spiel fertig ist, dürfen wir weiterfahren aber nicht entlang der Straße nächtigen ( Terrorgefahr!….Schlotter) Wir biegen trotzdem unbemerkt in ein Kurdendörfchen ab und verstecken uns quasi zwischen den Häusern. Bekommen Tee und Pudding geschenkt und werden wie Gäste behandelt. Nur die Kinder sind lästig weil sie immer den Leon tratzen (Sie können mit Hunden einfach nicht anders umgehen).

Am Donnerstag den 24.4. laufen wir in Van ein, nachdem wir zuvor bei der Hosap Kalesi vor dem Burgtor übernachtet haben. 2 Besuche stehen auf dem Programm: für Anneliese ist eine neue Untersuchung fällig und wir nutzen ein sehr modernes Hastanesi. Als wir das Resultat abholen (zum Glück ein günstiges) kostet es keine Lira. Das Gesundheitswesen ist für alle in der Türkei gratis.
Auf den 2. Besuch haben wir uns schon sehr gefreut. Okan, der die Boschvertretung im Ort hat und uns 2010 so sehr geholfen hat den Iveco wieder flott zu kriegen, und seine Frau Mukaddes.
Wir treffen sie, den Vater und den jüngeren Sohn Ekin am Vormittag in einem Restaurant am See. Wir werden zum berühmten Van – Frühstück eingeladen. Der Tisch biegt sich vor Köstlichkeiten und Spezialitäten und wir sitzen und plaudern. Mukaddes, sie ist Englischlehrerin erzählt, dass ihre Wohnung mit samt dem mehrstöckigen Wohnblock 2012 beim Erdbeben einstürzte. Zum großen Glück war die Familie nicht zu Hause. Aber alles ging verloren. Mukaddes zog für 2 Jahre mit den Kindern zu ihren Eltern nach Ankara. Nur Okan blieb in Van. (Deshalb konnten wir sie nicht kontaktieren und die Mails und Briefe blieben unbeantwortet)
Nun richten sie gerade ihre neue Wohnung ein.
Van ist eine moderne Stadt und man glaubt sich fast in Europa. Eine Million Menschen leben hier. Im Stadtzentrum bestehen noch große Areale aus planiertem Bauschutt. Hier standen die stark beschädigten Häuser.
Der Wiederaufbau ist im Gange und viele neue Geschäfts- und Bürohäuser sind schon errichtet.
Im Lokal treffen viele Leute ein ( es ist Samstag). Nicht wenige junge Frauen tragen das Kopftuch. Mukaddes erzählt, dass die Gesellschaft konservativer und fundamentalistischer geworden ist, Sie fürchtet sich vor weiteren Schritten der Islamisierung durch die Regierung. Wie lange kann man noch als moderne Frau in dieser Türkei leben, wo Demonstranten erschossen werden weil sie für die Erhaltung eines Parks sind?
Okan wünscht der Regierung die baldige Abwahl. Zur Aufmunterung bekommt Mukaddes das neue Buch von Elif Shafak, einer regimekritischen türkischen Autorin und Okan ein ital. und span. Roten und 3 CD’s weil er Jazz so gern mag. Wir versprechen uns, dass es ein Wiedersehen geben soll, vielleicht in Kufstein?

Wir fahren weiter Richtung Elazig. Übernachten am Tigris Quellsee und überqueren tags darauf wieder einmal den Euphrat. Beide Flüsse liegen hier nahe beieinander. Erkan, der Deutsche mit den kurdischen Wurzeln hat uns neugierig auf seinen Geburtsort Tunceli gemacht. Er sagte, was das gallische Dorf für die Römer war, das sind die Kurden dort für die Türken. Es leben hier vor allem Aleviten ( d.h. keine Kopftücher) und es herrscht ein sehr liberales Klima.
1936 begann hier ein Aufstand und erst 1949 wurde der Ausnahmezustand beendet. 1980 wiederholte sich das Szenario. Wir sehen über der Stadt und hoch über den Dörfern die Befestigungen des Militärs. Bei vielen Straßensperren werden wir hier besonders oft kontrolliert. Ich frage den Offizier, der bei uns Ausländern geholt wird “ sprechen sie Deutsch?“ Er versteht mich nicht. „Sind Sie der Chef von dem Affenzirkus?“ Er versteht Chef und nickt stolz. „Dann sind sie hier der Oberaffe, nicht wahr?“ Ich deute auf seine Rangabzeichen auf der Schulter. Er freut sich über die erwiesene Aufmerksamkeit. Breit grinsend winkt er uns durch. “ Irgendwann versteht dich einer,“ sagt Anneliese die das Gespräch mit dem Handy aufgenommen hat.
Wir besuchen noch den Munzur Nationalpark,den ältesten NP der Türkei. Steile Felsen links und rechts, der Fluss Munzur und die Straße. Eine wunderschöne Gegend!

Wir wollen uns eigentlich immer kurz halten aber es ist bei so viel Erlebten einfach so schwierig. Schluss für heute! Für danken für euer Durchhaltevermögen und grüßen euch alle
AuG mit Leon
Ostersonntag

Mor Malke

Ostermontag

Teekessel

Noch-Mönch Abo

Mor Yakub

Mor Augen

wir bekommen überall Ostereier geschenkt

Morgenstimmung

Reifen

die Kinder unterhalten uns

Grenzgänger

im Militärsperrbezirk

durchs wilde Kurdistan

Feiertag am 23.4.

Hosep Kale

Van

Frühstück

Wiedersehen nach 4 Jahren in Van

wunderschön

Ekmek

oberhalb von Pertek

morgen ist der 1.Mai

Tunceli

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Am 15.April früh am Morgen sind wir in Sanli Urfa nahe der syr. Grenze angekommen. Der arabische Einfluss ist deutlich zu spüren. Es gibt einen riesigen überdachten Basar mit Handwerkern und Händlern, der unseren Orientierungssinn fordert. Mittendrin, wie eine Oase liegt der Gümrük – Han, ehemals Karawanserei und heute Teehaus. Männer sitzen im Hof um die Tische, rauchen, plaudern, trinken Cay, spielen eine Art Domino und machen nebenher ihre Geschäfte. Wir könnten Stunden bleiben und nur beobachten.
Abraham, der hier in einer Grotte geboren wurde über der eine Moschee errichtet wurde. Daneben, in einem großen Becken schwimmen unzählige Karpfen. Sie sind heilig und dürfen nur gefüttert, nicht gegessen werden. ( man wird sonst augenblicklich blind).
Melanie und Erkan aus Hagen in Deutschland sprechen uns an als sie merken, dass wir deutsch sprechen. Bei einem Tee auf überdachter Terrasse (es schüttet, blitzt und donnert alttestamentarisch) erzählt Erkan von seinem Geburtsort Tunceli nahe Elazig. Seine Bewohner sind wie er Kurden und verteidigen ihre Stadt und Kultur gegen einen Staat, der bis vor kurzem kein Recht auf eigene Sprache, Sitte, Erziehung und Religion der Kurden anerkannte. Erkans Eltern verließen vor 40 Jahren das Land und gingen nach Deutschland. Erkan fühlt sich als Deutscher, war aber immer interessierter Beobachter der Türkei und deren Politik. Erdogan, der Präsident verspricht den Kurden seit Jahren mehr Freiheiten und Rechte. Seit einem Jahr ist Tauwetter zwischen Regierung und PKK, einer Kurdenpartei. Geld fließt vermehrt in den Osten, kurdisch zu sprechen ist nun erlaubt. Eine Taktik der Regierung? Man möchte in die EU und ein Investitionsklima schaffen. Da stören Unruhen.
Viele Kurden wählen nun sogar Erdogans AKP. Bei einem Cafe in Eski Kahta, erzählt der Wirt warum: zum 1.Mal kommt Geld vom Staat bei den Kurden an. Krankenhaus und Schule sind gratis, es gibt nun Pensionen für die Alten. Unser Einwand, dass die Regierung und Erdogan nachgewiesen korrupt sind, tut er ab und sagt: „Erdogan ist korrupt aber er nimmt nur die Hälfte für sich, die andere Hälfte spendet er an die Armen. Die früheren Regierungen nahmen immer das Ganze für sich“. Auch ein Standpunkt! „Twitter und Internet lässt er abschalten, damit es keine Aufrufe zu Demos mehr gibt, auf denen Menschen sterben.“ – Aha denken wir, sind also die Demonstranten schuld wenn sie durch Polizeikugeln sterben.
In Diyarbakir: wir sitzen in einem netten Han. Mühsam haben wir uns bisher ein paar türkische Brocken angelernt. Nun, in der heimlichen Hauptstadt der Kurden ist kurdisch vorherrschend. Zum Glück ist die Speisekarte 2sprachig und ich bestelle Dew und Av statt Ayran und Su (Joghurtdrink und Wasser) Das Omelett heisst zum Glück auch beim Ober Crepe. Nachdem aber Türkisch die Amtssprache bleibt und wir einen Türken nicht sofort von einem Kurden unterscheiden können, behelfen wir uns weiter mit unseren 10 – 20 Wörtern Türkisch. Dazu gehören auch BAYAN und BAY, die beim Gang zur Toilette zu beachten sind.
Kultur zum Angreifen gab es auch wieder die letzten Tage: 3200 Jahre alte Ausgrabungen in Karatepe Aslantas. Die hethitische Stadt wurde erst 1946 entdeckt. Monumentale Löwen und Phinxen so wie humoristische Szenen auf gut erhaltenen Steinplatten wurden gefunden. Eine zweisprachige Stele in hethitisch und phönizisch erlaubte die Entzifferung der Schrift.
Den Grabhügel des König Antiochos auf dem Nemrut Dagi auf 2150 Meter Höhe und eine mamelukische Burg bei Kahta, sowie eine römische Brücke über den Cendere – Fluss besuchten wir, dabei überquerten wir die beiden Flüsse Euphrat und späterTigris.
Noch ein trauriges Kapitel schreibt dieser Erdogan, und zwar in Hasankeyf : Hasankeyf ist eine Siedlung am Tigris und seit 7000 Jahre bewohnt. Um die Stadt ist viel gestritten worden und sie hat viele Völker ertragen, viele Kulturen haben es bereichert. Aber es ist dieser Staat, der es endgültig und unwiederbringlich zerstört durch ein Megastaudammprojekt. Nach einem Aufschrei in der Welt haben die Deutschen Bau und die Finanzierung abgeblasen und es sah so aus, als würde die Stadt überleben. Aber Geld lässt sich immer finden, wenn Rendite winkt, So wird jetzt wieder mit Hochdruck gebaut. Noch zwei Jahre dann geht dieses Kleinod unter. 3000 Menschen verlieren ihr Zuhause und ihr Einkommen aus dem Tourismus. Wir mögen ihn nicht den Erdogan samt seiner AKP.
Heute sind wir in unserem Zwischenziel dem Turabdin angekommen. Im Mor Gabriel, dem Hauptkloster und Sitz des syr.-orthod. Erzbischofs übernachten wir im Klosterhof. Und heute am Ostersonntag wohnen wir dem Gottesdienst dieser Christen bei, deren Liturgiesprache das aramäisch des Jesus ist. Wir stehen um 5h früh auf, sehen und hören die Zeremonien der Mönche nach 1 1/2 Std. wird uns der Weihrauch einfach zu viel.Wir gehen ins Auto und freuen uns über die Ostereier.
Dass wir zu Ostern hier sind hat sich wunderbar ergeben noch dazu dass in diesem Jahr zugleich das Fest begangen wird.

Schöne Ostergrüße an alle aus einem Kloster in dem die Zeit nahezu still steht.
Wir wurden hier wunderbar aufgenommen und bedanken uns bei allen FreundenBayan

Bay

Löwe

Mutter

Genius

potente Gottheit?

eine schöne Geschichte

Gewürze

in Sanliurfa

es liegt noch Schnee

Nemrut Dagi

Nemrut Dagi 2

Eiertanz

P1050523.OstereierJPG

Sergi

im Hani

bis sie merken dass man Geld nicht essen kann

Hasankeyf

wunderschöne Abendstimmung in Hasankeyf

Waschtag

Mor Ga briel

Ostern

OsterfestJPG und Familie für die netten Ostergrüße
AuG

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Es ist hier wirklich wie im Paradies! – Wir waren schon einmal vor 10 Jahren hier, direkt neben der großen Kreuzritterburg – aber nun zur letzten Woche:
entlang der Lykischen Küste mit Sandbuchten und Klippen, Fischerdörfern und Ferienorten ziehen wir weiter ostwärts. Lykische antike Ruinen mit den charakteristischen Grabhäusern, die aus dem Fels gemeißelt wurden sehen wir in Pinara und Xanthos. Patara war wichtigster Hafen und heute von Sanddünen überschüttet.
Genau diese Dünen suchen die großen „unechten Karettschildkröten“ auf um ihre Eier abzulegen. Die hier geschlüpften Weibchen kehren nach 20 – 30 Jahren und tausenden geschwommenen Seemeilen genau hier her zurück, um wieder die Sonne die Eier ausbrüten zu lassen.
Kalkan, ein ehemaliges Fischerdorf erwacht gerade zum Leben. Die ersten Touristen sind da. Im Hafenviertel lassen wir es uns gut gehen bei einem 2. Frühstück und gepresstem Orangensaft. Anneliese kann davon gar nicht genug bekommen. Wir sehen die tragenden Bäume und überholen die Traktoren mit den frisch gepflückten Früchten.
In Myra, heute Demre, besuchen wir die Kirchenruine in der der Heilige Nikolaus als Bischof gewirkt hat. Er war ein gütiger Mann, wirkte Wunder und beschenkte die Armen. Das leere Grab kann man anschauen, die Gebeine haben italienische Kaufleute im 13. Jhdt. gestohlen und nach Bari gebracht. Die Türken haben auch noch Knochen im Museum und behaupten, die Italiener hätten die falschen mitgenommen. Wer kann schon sagen was stimmt. Jedenfalls haben wir 2012 in Frankreich in einer Kirche nahe Nancy eine Reliquie des Heiligen, seinen Arm bestaunt. Er kommt eben viel herum, der Nikolaus. Den meisten von uns ist er ja auch schon erschienen am 6.12., seinem Todestag.
In Cirali, nahe dem alten Olympos wandern wir zu den ewigen Feuern. An mehreren Stellen züngeln Flammen aus Felsspalten aus denen Erdgas austritt. Die alten Griechen errichteten hier einen Tempel für Hephaistos, dem Götterschmied.
Dann machen wir einen Riesenschritt und eilen vorbei an Antalya, Alanya und den unzähligen, heute schon zusammen hängenden Orten der Türkischen Riviera. Hotelburgen links und rechts säumen die Küste.
Es müssen Hunderte sein, mit tausenden von Zimmern. Müssten wir einen Preis für die Hässlichsten vergeben, wir täten uns schwer. Aber offensichtlich treffen die Touristiker den Geschmack und die Bedürfnisse der Menschen: Meer, Sand, Sonne, deutscher Kaffee und Schnitzel und Bier „all inclusiv“ . Doch wer sucht, findet selbst hier einige wenige nette Hotels oder Pensionen.
Wir finden eine Karawanserei aus seldschukischer Zeit im Hinterland. Bestens erhalten besichtigen wir die Ställe, die Warenlager und die Unterkünfte der Reisenden. Erbaut im 13.Jhdt. zeigt sie, wie gut organisiert die Handelswege damals waren. Im Abstand einer Tagesreise erbaut (30km) machten sie das Reisen sicher. Für mitreisende Frauen gab es sogar einen eigenen Raum.
Nach Gazipasa ist der Hotelspuk vorbei. Das Taurusgebirge fällt steil zum Meer ab und machte das Gebiet lange unzugänglich. Wir finden einen Übernachtungsplatz der Extraklasse auf einer Klippe, mit einem Pfad zum kleinen Kiesstrand. Es folgt ein Abendessen mit Aussicht und Anneliese genießt ihr Yoga bei Sonnenuntergang.
Man liest schon: uns geht’s unglaublich gut. Das selbe wünschen wir allen unseren Lesern und Freunden. Bis bald einmal.

PS.: Danke Ingrid, liebe Grüße nach Schwoich (der Olymp war wolkenfrei und gut zu sehen) Gruß in die Ramsau ( wir warten auf euch!) nach Stuttgart, Luxemburg und in die Schweiz.
Bussi an Lorenz, an Matthew und seine Eltern.
für Margit: trefft ihr euch mit unserem Hannes? – mit dem Standort Markieren – ist es etwas schwierig, da wir selten im Internet sind.Pinara

Felsengräber bei Pinara

Xanthos

Glashäuser

Patara

da kommt unser Nikolausi her

am 6.12. gestorbenPG

Glasscherben

Höllenfeuer

auf der Klippe

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Seit 8 Tagen reisen wir an der Westküste der Türkei entlang südwärts. Es sind entspannte ruhige Tage und zum Übernachten suchen wir stille einsame Buchten. Die Sonne wärmt uns und durch die Zeitverschiebung geht sie erst relativ spät unter. Mal treffen wir auf Fischer, dann auf Bauern und Hirten mit großen Herden. Die Kultur kommt auch nicht zu kurz. Die Küste hat eine hohe Dichte an antiken Baudenkmäler und einige wenige sehen wir genauer an: das Asklepeion von Pergamon, in dem die reichen Griechen und Römer Heilbäder, Massagen, Trink-, Honig- und Kräuterkuren bekamen aber auch operiert wurden.
Priene und Millet sind eng verbunden mit dem beeindruckenden Apollontempel von Didyma.
Noch immer könnten die Gegensätze im Land nicht größer sein. Einmal übernachten wir bei Bauersleuten, die weder Strom noch Wasser in ihrer Steinhütte haben. Eine Bucht weiter stehen riesige Hotelblöcke mit allem was der Tourist zu brauchen glaubt. Und manche Bucht ist zugebaut mit Sitesis, den Feriendörfern der Türken. Haus an Haus, Schachtel an Schachtel, ein Bauplan vervielfacht. Es ist das Statussymbol und zugleich Geldanlage. Leider als Anblick nicht erbaulich, da viele schon wieder Ruinen sind oder nicht fertig gebaut wurden.
Tourismus findet um diese Zeit praktisch kaum statt, sodass wir fast alleine unterwegs sind. Das hat den Nachteil, dass kaum ein Strandlokal oder Restaurant offen hat. (Heute hatten wir Glück) Aber wir sind gut selbstversorgt. Nur eines ist unmöglich zu bekommen in einem Land mit 99% Muslime: alkoholfreies Bier! Ich (Günther) habe die Suche aufgegeben und trinke am Abend ein Gläschen Saft bis die Fastenzeit aus ist.

Liebe Grüße an alle AuG samt Leon, dem die Freiheit im und um das Auto besonders behagt.westl.Punkt v. T.Festland

kleines Fischerboot in Babakale

bis heute nicht ausgegraben

ein Stein der flüchtet

Asklepieion

Einladung zum Tee

griech. Theater

der Tempel wurde nie fertig gestellt.

deren Blick versteinert

es gibt hier so viele einsame Plätze

nun warten wir nur mehr auf den frisch gefangenen Fisch

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